Was ist Schneeschuhwandern?
Ein Schneeschuh verteilt dein Körpergewicht auf eine größere Fläche. Dadurch sinkst du im Tiefschnee deutlich weniger ein als mit Wanderschuhen allein – und kommst auch dort voran, wo kein Weg geräumt oder gewalzt ist. Seit Mitte der 1990er-Jahre ist Schneeschuhwandern ein Trendsport, der kaum Vorkenntnisse braucht: Wer gehen kann, kann auch mit Schneeschuhen gehen.
Die Idee ist uralt. Am Gurgler Eisjoch in den Ötztaler Alpen wurde ein Schneeschuh gefunden, der aus der Jungsteinzeit stammt – aus der Zeit zwischen 3800 und 3700 vor Christus.
Wie ein moderner Schneeschuh aufgebaut ist
Traditionelle Schneeschuhe hatten einen ovalen Rahmen aus Hartholz, ausgefüllt mit einem Geflecht aus Leder. Moderne Modelle bestehen meist aus kältefestem Kunststoff und haben einige Details, die das Gehen im Gelände leichter machen:
- Bindung: Sie hält deinen Wanderschuh, die Ferse bleibt beim Gehen frei.
- Harscheisen und Frontzacken: Krallen unter dem Ballen und an den Seiten geben Halt auf hartem oder vereistem Schnee.
- Steighilfe: Ein Bügel unter der Ferse lässt sich bergauf hochklappen. Das entlastet die Waden spürbar.
Die richtige Ausrüstung
- Schneeschuhe – für den Anfang am besten leihen. Viele Tourist-Informationen und Sportgeschäfte in den Wintersportorten verleihen sie.
- Feste, wasserdichte Wanderschuhe, die in die Bindung passen.
- Stöcke mit großen Tellern, damit sie nicht im Schnee versinken.
- Gamaschen gegen Schnee im Schuh.
- Kleidung im Zwiebelprinzip: Beim Aufstieg wird es schnell warm, in der Pause schnell kalt.
- Im alpinen Gelände zusätzlich Lawinenausrüstung – Verschüttetensuchgerät, Schaufel und Sonde – und das Wissen, sie zu benutzen.
Sicher und rücksichtsvoll unterwegs
Wer mit Schneeschuhen unterwegs ist, kommt in Gelände, das im Winter sonst kaum jemand betritt – und genau dort überwintern Wildtiere. Jede Flucht kostet sie Energie, die sie im Winter kaum ersetzen können. Bleib deshalb auf markierten Schneeschuhrouten, halte Abstand zu Waldrändern und Futterstellen und beachte Schutzgebiete. Im Nationalpark Bayerischer Wald etwa dürfen die markierten Wege im Kerngebiet von Mitte November bis Mitte Juli nicht verlassen werden – vor allem zum Schutz des störungsempfindlichen Auerhuhns.
In den Alpen gehört vor jeder Tour ein Blick in den Lawinenlagebericht dazu. Bei Lawinengefahr oder schlechter Sicht kehrst du lieber um. Und: Im Winter wird es früh dunkel – plane deine Tour so, dass du deutlich vor der Dämmerung zurück bist.
Wo man in Deutschland Schneeschuhwandern kann
Die Auswahl in Deutschland ist größer, als viele denken. Diese Touren und Regionen nennt das Reisemagazin von kurz-mal-weg.de:
- Harz: In Hahnenklee am Bocksberg gibt es einen rund zwei Kilometer langen Schneeschuhweg. Anspruchsvoller ist die rund zwölf Kilometer lange Strecke vom Bahnhof Drei Annen Hohne zum Gasthaus Steinerne Renne.
- Erzgebirge: eine rund sechs Kilometer lange Schneetour zum Dreiländerstein, dazu geführte Touren am Erzgebirgskamm und rund um Altenberg.
- Thüringer Wald: geführte Touren in der Masserberger Berglandschaft (rund zwei Stunden) und zwei markierte Routen in der Rennsteig-Region.
- Eifel: eine gut sieben Kilometer lange Tour an der Lützel-Acht-Loipe und der elf Kilometer lange Winter-Panoramaweg Olzheim.
- Schwarzwald: der fünf Kilometer lange Schwarzbergtrail ab der Tourist-Information Menzenschwand und eine Tour im Naturschutzgebiet Langenbach-Trubelsbach ab der Passhöhe Notschrei.
- Rhön: ein knapp acht Kilometer langer Rundweg zum Himmeldunkberg und eine gut 14 Kilometer lange Strecke vom Schwarzen Moor zum Thüringer Rhönhaus.
- Bayerischer Wald: eine rund 13 Kilometer lange Route auf den Großen Arber über das Mittagsplatzl und ein gut 8,5 Kilometer langer Rundweg zum Hirschenstein ab dem Wanderparkplatz Rettenbach.
- Bayerische Alpen: eine rund fünf Kilometer lange Runde in Reit im Winkl und eine acht Kilometer lange, mittelschwere Tour zur Scheinbergspitze in den Ammergauer Alpen.
Ob eine Tour möglich ist, hängt allein vom Schnee ab. Prüfe vorher die Schneelage und die Hinweise der jeweiligen Gemeinde oder Tourist-Information.



