Die Willibaldsburg über Eichstätt
Foto: Joe MiGo, CC0, via Wikimedia Commons

Naturspot · Aussichtspunkt

Willibaldsburg in Eichstätt

Die Willibaldsburg thront über Eichstätt im Altmühltal: eine Bischofsburg mit Renaissancepalast nach Plänen von Elias Holl, dem Jura-Museum mit dem Eichstätter Archaeopteryx, einem Bastionsgarten und einem 76,5 Meter tiefen Brunnen.

Was die Willibaldsburg besonders macht

Die Willibaldsburg steht auf dem Willibaldsberg auf 464 Metern, westlich der Eichstätter Altstadt und hoch über dem Altmühltal. Die Anlage ist rund 420 Meter lang. Von einem der beiden Türme hast du einen weiten Blick über Stadt und Tal.

Geschichte: von der Burg zum Renaissancepalast

Eine Befestigung wird hier erstmals 1070 erwähnt. Um 1355 ließ Bischof Berthold von Zollern sie zur befestigten Residenz ausbauen. Ab 1609 entstand unter Bischof Johann Konrad von Gemmingen ein Renaissancepalast nach Plänen des Augsburger Stadtbaumeisters Elias Holl – laut Wikipedia eines der wichtigsten Werke der deutschen Renaissance.

Im Dreißigjährigen Krieg nahmen schwedische Truppen die Burg im Frühjahr 1633 ein, Ende Oktober 1633 eroberten sie bayerische Truppen unter Johann von Werth zurück. 1725 zog die Residenz in die neue Stadtresidenz; 1900 kaufte der Staat die Burg.

Jura-Museum und Archaeopteryx

Auf der Burg liegt das Jura-Museum mit Fossilien aus der Region, darunter der Eichstätter Archaeopteryx. Seit Juli 2019 trägt die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt das Museum; nach einer Schließung öffnete es im Mai 2020 wieder. Das Museum für Ur- und Frühgeschichte zeigt die Region von der Steinzeit bis ins frühe Mittelalter, mit Eiszeitskeletten wie einem Mammut.

Der Bastionsgarten: ein Buch zum Anfassen

Ab 1592 legte Basilius Besler auf der Burg einen Garten für den Fürstbischof an; 1613 erschien dazu das Pflanzenbuch „Hortus Eystettensis“ mit über 1.000 Pflanzen in Kupferstichen. Der Bastionsgarten, eröffnet 1998, zeigt laut Naturpark Altmühltal rund die Hälfte dieser Pflanzen – angeordnet wie im Buch nach der Blütezeit. Der Weg in den Garten ist steil.

Der Brunnen

Eine Besonderheit ist der Burgbrunnen: 3,25 Meter breit und 76,5 Meter tief, gemessen 1977, nachdem rund drei Meter Schutt entfernt worden waren.

Im Altmühltal kombinieren

Die Willibaldsburg lässt sich gut mit der Burg Prunn und weiteren Zielen verbinden – mehr in unserem Beitrag zum Ausflug ins Altmühltal.

Praktische Hinweise

  • Burg: laut Bayerischer Schlösserverwaltung April bis September 9 bis 18 Uhr, Oktober bis März 10 bis 16 Uhr; Eintritt 5 Euro, ermäßigt 4 Euro, unter 18 frei.
  • Bastionsgarten: laut Faltblatt 2025 vom 15. April bis 3. Oktober 9 bis 18 Uhr, vom 4. bis 15. Oktober 10 bis 16 Uhr, montags geschlossen.
  • Jura-Museum: Ob und wann es geöffnet ist, unbedingt vorab prüfen (Telefon 08421 2956).
  • Turm: Einer der beiden Türme ist begehbar.

Quellen

Willibaldsburg in Eichstätt auf der Karte

Naturspot

Häufige Fragen zur Willibaldsburg

Wo liegt die Willibaldsburg?

Auf dem Willibaldsberg westlich der Altstadt von Eichstätt, über dem Altmühltal.

Was ist im Jura-Museum zu sehen?

Fossilien aus der Region, darunter der Eichstätter Archaeopteryx.

Wer hat die Willibaldsburg gebaut?

Den Renaissancepalast ab 1609 nach Plänen von Elias Holl, im Auftrag von Bischof Johann Konrad von Gemmingen.

Wie tief ist der Brunnen der Willibaldsburg?

76,5 Meter bei 3,25 Metern Durchmesser.