Plattenkalk-Steinbruch bei Solnhofen
Foto: Presse03, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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Solnhofener Plattenkalk: Fossilien, Steinbrüche und Archaeopteryx

Der Solnhofener Plattenkalk aus dem Altmühltal ist einer der berühmtesten Steine der Welt: Hier wurden alle bekannten Exemplare des Urvogels Archaeopteryx gefunden. Was den Kalk so besonders macht, wo du Fossilien suchen darfst und welche Museen ihn zeigen.

Veröffentlicht am 31. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Was ist Solnhofener Plattenkalk?

Solnhofener Plattenkalk ist ein dichter, cremefarbener bis ockergelber Kalkstein, der in dünnen Platten bricht. Er stammt aus dem Oberjura der Fränkischen Alb im Altmühljura und wird rund um Solnhofen und Langenaltheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sowie westlich von Eichstätt abgebaut, etwa bei Mörnsheim, Blumenberg, Schernfeld, Rupertsbuch und Wintershof.

Entstanden in salzigen Lagunen

Der Kalk lagerte sich Schicht für Schicht in Lagunen ab, die immer wieder vom Meer geflutet wurden. Der hohe Salzgehalt verhinderte, dass tote Tiere und Pflanzen verwesten – deshalb sind Fossilien bis in feinste Details erhalten.

Archaeopteryx und andere Fossilien

Alle bisher bekannten Exemplare des Urvogels Archaeopteryx stammen aus dem Solnhofener Plattenkalk. Daneben finden sich Flugsaurier, Fische, Libellen und Seelilien. Nicht alles, was nach Fossil aussieht, ist eines: Die baumartigen Dendriten sind auskristallisierte Eisen- oder Manganverbindungen.

Fossilien selbst suchen

In besonders ausgewiesenen Steinbrüchen dürfen auch Laien nach Fossilien suchen und ihre Funde im Regelfall behalten. Welche Brüche das sind und welche Regeln gelten, erfährst du bei den Gemeinden und Museen vor Ort.

Ein Stein mit langer Geschichte

Der Abbau wird erstmals 1423 am Solaberg erwähnt, die erste Abbaugenehmigung stammt von 1596, die erste Steinbruchordnung erließ Fürstbischof Marquard Schenck von Castell 1674. Maschinell lässt sich der Stein nicht gewinnen – seit Jahrhunderten brechen ihn Hackstockmeister mit Pickeln und spalten die Platten mit Hammer und Meißel.

1796 erfand Alois Senefelder die Lithographie, den Steindruck – und der Plattenkalk wurde weltweit gefragt. 1828 kamen die „Zwicktaschen“ als Dachsteine dazu. Verwendet wird er für Boden- und Wandbeläge, Grabmale und Reliefs; das Kaisergrab im Bamberger Dom besteht daraus.

Nationales Geotop

Das Bayerische Landesamt für Umwelt führt den Solnhofener Plattenkalk als Geotop. 2002 wurde er als eines von „Bayerns schönsten Geotopen“ ausgezeichnet, 2006 in die Liste der 77 Nationalen Geotope Deutschlands aufgenommen.

Museen zum Plattenkalk

  • Jura-Museum auf der Willibaldsburg in Eichstätt
  • Museum Bergér in Eichstätt-Harthof
  • Bürgermeister-Müller-Museum in Solnhofen
  • Fossilien- und Steindruck-Museum in Gunzenhausen

Weitere Ziele im Tal sammelt unser Beitrag zum Ausflug ins Altmühltal.

Quellen

Häufige Fragen zum Solnhofener Plattenkalk

Wo wird Solnhofener Plattenkalk abgebaut?

Rund um Solnhofen und Langenaltheim sowie westlich von Eichstätt, etwa bei Mörnsheim und Schernfeld.

Darf man in Solnhofen Fossilien suchen?

Ja, in besonders ausgewiesenen Steinbrüchen; die Funde darf man im Regelfall behalten.

Warum sind die Fossilien so gut erhalten?

Der Kalk lagerte sich in salzigen Lagunen ab; der hohe Salzgehalt verhinderte die Verwesung.

Wo wurde der Archaeopteryx gefunden?

Alle bekannten Exemplare stammen aus dem Solnhofener Plattenkalk im Altmühljura.

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