Der Achensee im Winter
Der Achensee liegt nördlich von Jenbach auf 929 Metern, rund 380 Meter über dem Inntal. Mit 6,8 Quadratkilometern ist er der größte See Tirols: 8,4 Kilometer lang, rund einen Kilometer breit und bis zu 133 Meter tief. Im Westen begrenzt ihn das Karwendel, im Osten das Rofan. Am Ufer liegen Pertisau, Maurach und Achenkirch.
Wegen der guten Windverhältnisse für Segler heißt er auch „Tiroler Meer“. Das Wasser ist laut Wikipedia sehr klar, die Sichttiefe erreicht bis zu zehn Meter. Im Winter ist es vor allem die Stille, die den See ausmacht: Die Boote liegen an Land, die Ufer sind verschneit, und über dem dunklen Wasser stehen die weißen Flanken von Karwendel und Rofan.
Laut Tourismus gibt es rund um den See mehr als 150 Kilometer geräumte Winterwanderwege – unter anderem im Gerntal, im Falzthurntal, zur Pletzachalm, zur Dalfazalm und am Seeufer.
Anreise
Der Achensee liegt oberhalb von Jenbach im Inntal, das an der Bahnstrecke zwischen Kufstein und Innsbruck liegt. Von Jenbach führt die Achenseebahn hinauf, laut Wikipedia eine 6,8 Kilometer lange Zahnradbahn – ob sie in der Wintersaison fährt, prüfst du am besten vorab beim Betreiber. Mit dem Auto erreichst du den See vom Inntal aus oder aus Bayern über den Achenpass, vorbei am Sylvensteinsee. Laut Tourismusverband gibt es in der Region Gästekarten und Skibusse; vor Ort kommst du so auch ohne eigenes Auto zu den Ausgangspunkten.
Wer aus München kommt, ist über den Achenpass schnell am Nordende des Sees in Achenkirch. Für die Touren ins Karwendel lohnt es sich aber, bis Pertisau am Westufer weiterzufahren – dort beginnen die meisten Wege.
Das Karwendel: Täler ohne Autos
Die schönsten Winterwanderungen am Achensee führen von Pertisau aus nach Westen in die Täler des Karwendels. Das Karwendel ist ein Gebirge der Nördlichen Kalkalpen, rund 45 Kilometer breit und 30 Kilometer tief; etwa 80 Prozent liegen in Tirol, der Rest in Bayern. Höchster Gipfel ist die Birkkarspitze mit 2.749 Metern.
Der österreichische Teil ist als Naturpark Karwendel geschützt, laut Wikipedia 727 Quadratkilometer groß und damit eines der größten Schutzgebiete der Ostalpen. Die Anfänge reichen bis zu einem Banngebiet von 1928 zurück. Im Karwendel brüten 96 Vogelarten, darunter der Steinadler, und in den Hochlagen sind Gämsen häufig zu sehen.
Für Winterwanderer besonders angenehm: Laut Tourismusverband sind die Karwendeltäler im Winter für Autos gesperrt. Gerntal und Falzthurntal kannst du deshalb in Ruhe auf breiten, geräumten Wegen durchwandern.
Pertisau: der Ausgangspunkt
Pertisau liegt auf 952 Metern am Westufer und gehört zur Gemeinde Eben am Achensee. Hinter dem Ort öffnen sich drei bewaldete Täler ins Karwendel: das Gerntal, das Tristenautal und das Falzthurntal. Laut Wikipedia steigen sie zunächst sanft an, erst weit hinten ragen steile Gipfel wie Sonnjoch und Lamsenspitze auf – genau diese Mischung macht sie im Winter so angenehm: lange, flache Wege mit großer Kulisse.
Schon die Habsburger nutzten die Gegend ab dem 15. Jahrhundert zum Jagen und Fischen. Der Tourismus begann Mitte des 19. Jahrhunderts, 1887 kamen die ersten Dampfschiffe auf den See. Seit 1902 wird bei Pertisau außerdem Ölschiefer abgebaut, aus dem das Tiroler Steinöl gewonnen wird.
Das Rofan am Ostufer
Gegenüber, auf der Ostseite des Sees, steht das Rofan. Es gehört zu den Brandenberger Alpen, deren höchster Gipfel die Hochiss mit 2.299 Metern ist. Markant sind die Dalfazer Wände über dem See und der freistehende Guffert mit 2.194 Metern. Die Dalfazalm, die der Tourismusverband als Winterwanderziel nennt, liegt auf dieser Seite. Vom Westufer aus siehst du das Rofan an klaren Tagen in voller Breite – ein guter Grund, eine der Uferwanderungen bei Sonne zu machen.
Die schönsten Winterwanderungen
Alle Angaben laut Outdooractive bzw. Tourismusverband Achensee:
Sennhütte Falzthurn
Ins Falzthurntal bei Pertisau: 6,5 Kilometer, rund 1 Stunde 35 Minuten, 114 Höhenmeter. Ein guter Einstieg. Den Alpengasthof Falzturn erreichst du laut Tourismusverband in rund einer Stunde.
Gernalm
Durch das Gerntal zur Gernalm: laut Outdooractive 12,8 Kilometer hin und zurück, rund 3 Stunden 20 Minuten, 235 Höhenmeter. Hinauf geht es über Waldwege, zurück über die geräumte Fahrstraße.
Mit gut 230 Höhenmetern auf fast 13 Kilometern ist die Steigung gering. Die Länge ist die eigentliche Herausforderung – für Familien mit älteren Kindern, die gut zu Fuß sind, ist die Gernalm trotzdem ein schönes Ziel, zumal man auf dem Rückweg über die breite Fahrstraße nebeneinander gehen kann.
Falzthurnalm und Gramaialm
Die lange Tour durch das Falzthurntal bis zur Gramaialm: 14,1 Kilometer, rund vier Stunden, 299 Höhenmeter. Die Gramaialm liegt laut Tourismusverband rund zwei Stunden von Pertisau entfernt, tief im Talschluss unter den Wänden des Karwendels. In einer etwas längeren Variante mit 14,4 Kilometern und 416 Höhenmetern führt Outdooractive die Tour als eine der schönsten Wanderungen der schneereichen Gegend.
Oberautal und Achenkirch
Eine flache Wanderung: 8,6 Kilometer, rund 2 Stunden 10 Minuten, 84 Höhenmeter bergauf. Laut Outdooractive kannst du für den Rückweg den Bus nehmen.
Beleuchteter Weg nach Steinberg am Rofan
Laut Tourismusverband führt ein abends beleuchteter Weg in rund einer Stunde ins abgelegene Bergdorf Steinberg am Rofan – eine Idee für den späten Nachmittag, wenn es früh dunkel wird.
In der Nähe: zwei Touren außerhalb der Region
Zwei Touren, die oft im Zusammenhang mit dem Achensee genannt werden, liegen streng genommen nicht am See:
- Besinnungsweg Grünangerl: ein ruhiger Dorfspaziergang in Münster im Inntal (Ferienregion Alpbachtal) mit Waldkapelle – 4,8 Kilometer, rund 1 Stunde 15 Minuten, 65 Höhenmeter.
- Vom Sylvensteinsee zum ehemaligen Forsthaus Aquila: jenseits der Grenze in Bayern, 15,1 Kilometer, rund 4 Stunden 40 Minuten, 239 Höhenmeter, mit sanftem Anstieg durch Täler und Schluchtabschnitte.
Welche Tour passt zu dir?
- Zum Einstieg: die Sennhütte Falzthurn (6,5 km, 114 Hm) oder das flache Oberautal (8,6 km, 84 Hm).
- Mit Almeinkehr: die Gernalm – lang, aber mit wenig Steigung.
- Für einen ganzen Tag: die Tour zur Gramaialm mit 14 Kilometern und rund vier Stunden.
- Für den späten Nachmittag: der beleuchtete Weg nach Steinberg am Rofan.
Sicherheit
Die Täler um den See sind von steilen Hängen umgeben. Bleib im Winter auf den geräumten Wegen, prüfe vor Touren abseits davon den Lawinenlagebericht und frage im Zweifel beim Tourismusverband nach, welche Wege aktuell offen sind – insbesondere Uferwege unter steilen Hängen.
Auch am See selbst gilt Vorsicht: Der Achensee ist bis zu 133 Meter tief, und sein Wasserstand schwankt durch das Achenseekraftwerk im Jahresverlauf. Betritt im Winter keine Eisflächen am Ufer – ob und wo sie tragen, kannst du von außen nicht beurteilen.
Praktische Hinweise
- Start: Die meisten Touren beginnen in Pertisau am Westufer.
- Einkehr: Die Almen in Gerntal und Falzthurntal sind beliebte Ziele – Öffnungszeiten im Winter vorab prüfen.
- Ausrüstung: Feste Winterschuhe, Grödel und Stöcke. Auf den langen Talwegen hilft eine Thermoskanne mit heißem Tee.
- Tageslicht: Die Täler liegen im Winter lange im Schatten. Für Gramaialm und Gernalm früh aufbrechen.
- Rodeln und Schneeschuhe: Laut Tourismusverband gibt es in der Region auch Rodelbahnen und Schneeschuhwanderungen – eine gute Ergänzung für einen zweiten Tag.



