Was ist Solnhofener Plattenkalk?
Solnhofener Plattenkalk ist ein dichter, cremefarbener bis ockergelber Kalkstein, der in dünnen Platten bricht. Er stammt aus dem Oberjura der Fränkischen Alb im Altmühljura und wird rund um Solnhofen und Langenaltheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sowie westlich von Eichstätt abgebaut, etwa bei Mörnsheim, Blumenberg, Schernfeld, Rupertsbuch und Wintershof.
Entstanden in salzigen Lagunen
Der Kalk lagerte sich Schicht für Schicht in Lagunen ab, die immer wieder vom Meer geflutet wurden. Der hohe Salzgehalt verhinderte, dass tote Tiere und Pflanzen verwesten – deshalb sind Fossilien bis in feinste Details erhalten.
Archaeopteryx und andere Fossilien
Alle bisher bekannten Exemplare des Urvogels Archaeopteryx stammen aus dem Solnhofener Plattenkalk. Daneben finden sich Flugsaurier, Fische, Libellen und Seelilien. Nicht alles, was nach Fossil aussieht, ist eines: Die baumartigen Dendriten sind auskristallisierte Eisen- oder Manganverbindungen.
Fossilien selbst suchen
In besonders ausgewiesenen Steinbrüchen dürfen auch Laien nach Fossilien suchen und ihre Funde im Regelfall behalten. Welche Brüche das sind und welche Regeln gelten, erfährst du bei den Gemeinden und Museen vor Ort.
Ein Stein mit langer Geschichte
Der Abbau wird erstmals 1423 am Solaberg erwähnt, die erste Abbaugenehmigung stammt von 1596, die erste Steinbruchordnung erließ Fürstbischof Marquard Schenck von Castell 1674. Maschinell lässt sich der Stein nicht gewinnen – seit Jahrhunderten brechen ihn Hackstockmeister mit Pickeln und spalten die Platten mit Hammer und Meißel.
1796 erfand Alois Senefelder die Lithographie, den Steindruck – und der Plattenkalk wurde weltweit gefragt. 1828 kamen die „Zwicktaschen“ als Dachsteine dazu. Verwendet wird er für Boden- und Wandbeläge, Grabmale und Reliefs; das Kaisergrab im Bamberger Dom besteht daraus.
Nationales Geotop
Das Bayerische Landesamt für Umwelt führt den Solnhofener Plattenkalk als Geotop. 2002 wurde er als eines von „Bayerns schönsten Geotopen“ ausgezeichnet, 2006 in die Liste der 77 Nationalen Geotope Deutschlands aufgenommen.
Museen zum Plattenkalk
- Jura-Museum auf der Willibaldsburg in Eichstätt
- Museum Bergér in Eichstätt-Harthof
- Bürgermeister-Müller-Museum in Solnhofen
- Fossilien- und Steindruck-Museum in Gunzenhausen
Weitere Ziele im Tal sammelt unser Beitrag zum Ausflug ins Altmühltal.



