Was den Hexentanzplatz besonders macht
Der Hexentanzplatz ist ein Plateau im Harz auf 454 Metern über dem Meeresspiegel (NHN), hoch über dem Bodetal und gegenüber der Roßtrappe. Vom Rand blickst du in die Schlucht der Bode, die sich laut Wikipedia zwischen Treseburg und Thale auf zehn Kilometern in den harten Ramberggranit eingeschnitten hat – bei Thale ist die Schlucht rund 280 Meter tief. Das Bodetal ist eines der größten Naturschutzgebiete Sachsen-Anhalts und seit 2006 ein Nationales Geotop.
Sagen und Geschichte
Der Name erinnert an die Zeit der Hexenverfolgungen, als Orte wie dieser als angebliche Treffpunkte von Hexen mit dem Teufel galten. Einer Überlieferung nach war der Platz ursprünglich ein altsächsischer Kultort, an dem in der Nacht zum 1. Mai Feste für Wald- und Berggöttinnen gefeiert wurden. Als die Franken den Kult verboten, sollen Sachsen die Wachen vertrieben haben – verkleidet als Hexen auf Besen. Bis ins 19. Jahrhundert hieß der Ort auch Teufelstanzplatz.
Älter als alle Sagen ist der Sachsenwall: eine rund 150 Meter lange Trockenmauer aus Granit, einst zwei Meter hoch, errichtet etwa zwischen 750 und 450 vor Christus. Sie schirmte Teile des Plateaus ab und diente vermutlich als Fliehburg.
Was man auf dem Hexentanzplatz machen kann
- Harzer Bergtheater: 1903 gegründet, eines der ältesten Naturtheater Deutschlands; von 2022 bis 2024 auf 1.900 Plätze ausgebaut.
- Walpurgishalle: Das Museum zeigt die Sagenwelt des Harzes und Szenen aus Goethes Faust, dazu einen Opferstein mit germanischen Schriftzeichen.
- Tierpark Hexentanzplatz: Seit 1973, mit über 60 Tierarten der Harzregion.
- HARZEUM: Ein Erlebnismuseum auf dem Gelände der ehemaligen Walpurgisgaststätte.
- Harzbob: Ein Alpine-Coaster, der auf Schienen durch den Wald fährt.
- Hexendorf: Seit 2024 bilden windschiefe Häuschen mit 17 Händlern den neuen Eingang zum Platz.
- Figurengruppe: Teufel, Homunkulus und Hexengroßmutter Wadelinde aus Metall, 1996 enthüllt.
Unterhalb des Bergtheaters steht der Aussichtsturm Homburgswarte. Jedes Jahr am 30. April wird auf dem Hexentanzplatz die Walpurgisnacht gefeiert – dann ist es voll.
Die Roßtrappe gegenüber
Auf der anderen Seite des Bodetals erhebt sich die Roßtrappe, ein 403 Meter hoher Granitfels mit Berghotel und Aussichtsterrasse. Von dort siehst du die Felsen des Hexentanzplatzes, ins Bodetal und bis zum Brocken. Hinauf geht es zu Fuß, mit dem Auto oder mit dem Sessellift ab Thale. Über die Schurre, einen Serpentinenpfad, steigst du ins Bodetal ab; nach einem Felssturz 2010 ist der Weg seit Mai 2021 wieder frei.
In der Nähe
Den höchsten Berg des Harzes, den Brocken, stellen wir in unserem Beitrag Verschneite Aussichtspunkte vor.
Praktische Hinweise
- Seilbahn: Betriebszeiten und Preise der Bodetal-Seilbahn vorab beim Betreiber prüfen.
- Walpurgisnacht: Am 30. April ist mit großem Andrang zu rechnen.
- Am Abgrund: An den Aussichtspunkten geht es steil hinab – Kinder an die Hand nehmen.
