Die Route im Überblick
Der Torflehrpfad liegt am Riedsee am Ortsrand von Bad Wurzach, beim Oberschwäbischen Torfmuseum. Laut Wikipedia ist er 1,5 Kilometer lang und erklärt an elf Stationen unter dem Titel „Auf den Spuren der Torfstecher“ Geschichte und Technik des Torfabbaus; ein Reiseportal spricht von zwölf Stationen. Der Weg ist kurz und flach, du kannst ihn gut mit einem Spaziergang ins Ried verbinden.
Der Pfad ist Teil des Wurzacher Rieds, des größten zusammenhängenden, noch intakten Hochmoors Mitteleuropas – mehr dazu auf unserer Seite zum Wurzacher Ried.
Die elf Stationen
Laut Wikipedia führen die Stationen der Reihe nach durch die Geschichte des Moores:
- Einführung: erste Entwässerungen ab etwa 1750, systematische Erschließung ab Mitte des 19. Jahrhunderts.
- Das Torfwerk: gegründet 1880, Ende der 1950er-Jahre eingestellt.
- Entwässerung, Torfstiche und Torfbahn, Handtorfstich, maschineller Torfabbau.
- Der Riedsee: durch den Abbau direkt vor dem Ort entstanden.
- Folgen des Torfabbaus und Moorregeneration: Wollgräser und Torfmoose breiten sich wieder aus.
- Torfschuppen: Bis zu 111 standen im Ried, zum Trocknen und Lagern des Torfs.
- Geschichte des Torfabbaus als Abschluss.
Torf als Brennstoff: die Geschichte
Torf war lange ein wichtiger regionaler Brennstoff. Ab 1866 entstanden der Stadtkanal mit vier und der Oberriedkanal mit drei Kilometern Länge; über einen Hauptkanal und zwölf Sammelgräben wurde das Gebiet entwässert. Um 1900 brachten Rollwagen den Torf auf rund 2.600 Metern Gleis mit 50 Zentimetern Spurweite aus dem Ried, 1904 kam eine Anlage mit 75 Zentimetern dazu.
Maschinell gestochen wurde vor allem zwischen 1920 und 1962. Als Brennmaterial endete der Abbau Anfang der 1960er-Jahre, jeder Abbau 1995. Rund ein Drittel des Moorgebiets hat der Torfabbau stark verändert.
Der Riedsee
Der rund zehn Hektar große Riedsee ist selbst ein Zeugnis des Abbaus: Er entstand dort, wo direkt vor dem Ort Torf gestochen wurde. Der Lehrpfad führt an ihm entlang.
Das Moor wächst wieder
Nach dem Ende des Abbaus wurde das Ried wiedervernässt: Holzspundwände und Torfdämme dichten die Gräben ab, damit das Wasser so hoch wie möglich steht. Abgeräumte „Bunkerde“ wurde wieder aufgetragen, damit sich Hochmoorpflanzen ansiedeln. Das Haidgauer Torfstichgebiet mit rund 250 Hektar wird seit 1996 systematisch wiedervernässt. 1989 erhielt das Wurzacher Ried erstmals das Europadiplom für geschützte Gebiete.
Torfbähnle und Torfmuseum
Gleich am Pfad liegt das Oberschwäbische Torfmuseum im ehemaligen Zeiler Torfwerk. Von dort fährt im Sommerhalbjahr an bestimmten Tagen das historische Torfbähnle, eine früher im Torfabbau eingesetzte Schmalspurbahn, durch das Ried bis zum Torfwerk Haidgau. Termine und Voranmeldung erfährst du beim Museum (Telefon 07564 3167).
Für wen sich der Pfad eignet
- Familien: kurz, flach und mit Stationen zum Anschauen.
- Kombination: mit einer längeren Runde ins Ried oder einer Fahrt mit dem Torfbähnle.
- Bei Nässe: feste Schuhe – im Moor ist es oft feucht.
