Was ist ein Winterwanderweg?
Ein Winterwanderweg ist ein Weg, der im Winter eigens für Fußgänger hergerichtet wird. Gemeinden, Tourismusverbände oder Bergbahnen räumen ihn oder walzen den Schnee fest. Du gehst dann zwar durch Schnee, sinkst aber nicht ein – feste Wanderschuhe reichen, Schneeschuhe brauchst du nicht.
Geräumt oder gewalzt?
Geräumt heißt: Der Schnee ist weitgehend weggeschoben, oft auf breiten Forst- oder Fahrwegen. Gewalzt heißt: Der Schnee bleibt liegen und wird mit einer Pistenmaschine verdichtet. Gewalzte Wege sind griffiger und ruhiger – in Reit im Winkl etwa werden die Winterwanderwege gewalzt statt geräumt und gestreut.
Woran erkennt man einen Winterwanderweg?
Viele Regionen in den Alpen markieren Winterwanderwege mit eigenen, meist pinkfarbenen Schildern. Die Farbe hebt sich gut vom Schnee ab und unterscheidet die Wege von Sommerrouten, die im Winter nicht betreut werden. Im Schwarzwald markieren am Feldberg schwarz-orange Stangen den Winterweg zum Gipfel – wichtig, wenn bei Nebel jede Orientierung fehlt.
Premium-Winterwanderwege
Das Deutsche Wanderinstitut vergibt das Deutsche Wandersiegel auch an Winterwanderwege. Die ersten beiden Premium-Winterwanderwege Deutschlands liegen in Reit im Winkl: der Panoramaweg auf der Hemmersuppenalm (6,5 Kilometer) und der Kaiserblick im Tal (6,4 Kilometer).
Wie viele Kilometer gibt es wo?
Die großen Wintersportregionen pflegen ganze Netze. Laut den jeweiligen Tourismusverbänden:
- Chiemgau: rund 280 Kilometer Winterwege mit 87 Touren.
- ArberLand (Bayerischer Wald): geräumte Winterwanderwege in rund 20 Orten von Arnbruck bis Zwiesel, zusammen über 150 Kilometer.
- Tannheimer Tal (Tirol): etwa 81 Kilometer geräumte Wege.
- Achensee (Tirol): mehr als 150 Kilometer geräumte Winterwanderwege.
- Seiser Alm (Südtirol): 254 Kilometer Winterwanderwege, davon rund 60 Kilometer präpariert.
Winterwandern in den Alpen
Die längsten Netze in dieser Liste liegen in den Alpen, und dort sind auch die pinkfarbenen Winterwegschilder verbreitet. Touren stellen wir ausführlich vor: Winterwandern im Tannheimer Tal, Winterwandern am Achensee und Winterwanderungen auf der Seiser Alm. Auf deutscher Seite liegen in Reit im Winkl im Chiemgau die beiden ersten Premium-Winterwanderwege. Gerade in den Bergen gilt: auf den präparierten Wegen bleiben, denn abseits kann Lawinengefahr bestehen.
Ausrüstung für Winterwanderwege
- Schuhe: feste, wasserdichte Wanderschuhe mit gutem Profil.
- Grödel: leichte Spikes zum Überziehen für vereiste Passagen.
- Stöcke: geben Halt, am besten mit Wintertellern.
- Gamaschen: gegen Schnee im Schuh, vor allem nach Neuschnee.
- Kleidung: mehrere Schichten, dazu Mütze, Handschuhe und Sonnenbrille – Schnee reflektiert stark.
Darauf solltest du achten
- Auf dem Weg bleiben: Abseits der präparierten Wege kann tiefer Schnee liegen, in den Bergen besteht Lawinengefahr.
- Loipen meiden: Gespurte Langlaufloipen sind tabu für Fußgänger.
- Tageslicht: Laut Deutschem Alpenverein ist es im Winter schon gegen 16 Uhr dunkel.
- Zustand prüfen: Ob ein Weg gewalzt ist, hängt von der Schneelage ab. Viele Gemeinden melden den Zustand tagesaktuell. Wie viel Schnee gerade liegt, zeigt die Schneehöhenkarte des Deutschen Wetterdienstes: Sie gibt die Schneehöhe an den DWD-Stationen in Zentimetern an, wird um 6 und 18 Uhr UTC erstellt und um 8 und 20 Uhr UTC noch einmal aktualisiert.
Quellen
- winterwandern.at: Winterwandern einfach erklärt
- Reit im Winkl: Winterwandern
- Deutsches Wanderinstitut: Kaiserblick
- Chiemsee-Chiemgau: Winterwandern
- ArberLand: Winterwanderwege
- Naturschutzzentrum Südschwarzwald: Winterwanderwege
- Deutscher Alpenverein: Winterwandern
- Deutscher Wetterdienst: Schneehöhen Deutschland



