Verschneiter Brocken im Harz
Foto: Borwin Bandelow, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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Verschneite Aussichtspunkte: 6 Gipfel, die du im Winter bequem erreichst

Weite Blicke über verschneite Landschaften – ohne Gipfelsturm: Auf diese sechs Aussichtsberge in Deutschland führen auch im Winter Bahnen, Busse oder gewalzte Wege. Mit Höhe, Anreise und Tipps.

Veröffentlicht am 10. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Aussicht im Winter – worauf es ankommt

Im Winter ist die Luft oft klarer als im Sommer, und verschneite Landschaften wirken bis zum Horizont. Gipfel, die im Winter per Bahn, Bus oder gewalztem Weg erreichbar sind, machen den Ausflug planbar. Bedenke trotzdem: Oben ist es deutlich kälter und windiger als im Tal, und Nebel kann jede Sicht verschlucken.

1. Brocken (Harz), 1.141 Meter

Der höchste Berg Norddeutschlands liegt im Nationalpark Harz. Die Brockenbahn fährt ganzjährig von Wernigerode, Drei Annen Hohne und Schierke auf den Gipfel. Die Brockenstraße ab Schierke ist für Autos gesperrt, für Wanderer aber frei. Achtung: Der Brocken hat im Schnitt 306 Nebeltage im Jahr – plane flexibel.

Der Brocken ist laut Wikipedia der nördlichste Gipfel Deutschlands über 1.000 Meter – und ein Berg der Extreme: Die mittlere Windgeschwindigkeit liegt bei 42 Kilometern pro Stunde, mehr als auf der Zugspitze, die Jahresmitteltemperatur bei rund 3 Grad, im Schnitt liegt an 178 Tagen Schnee. Die Brockenbahn fährt seit 1899 hinauf. Von 1961 bis zum 3. Dezember 1989 war der Gipfel militärisches Sperrgebiet; heute kommen jährlich Hunderttausende. Mit etwas Glück erlebst du im Nebel das Brockengespenst: deinen eigenen, riesig wirkenden Schatten auf der Nebelwand, wenn die Sonne in deinem Rücken steht.

2. Fichtelberg (Erzgebirge), 1.215 Meter

Sachsens höchster Berg. Seit Dezember 1924 bringt die Fichtelberg-Schwebebahn, laut Wikipedia die älteste Luftseilbahn Deutschlands, Besucher von Oberwiesenthal hinauf; auf 1.175 Metern Länge überwindet sie 303 Höhenmeter in gut dreieinhalb Minuten. Mehr auf unserer Seite zum Fichtelberg.

Oberwiesenthal am Fuß des Berges gilt als höchstgelegene Stadt Deutschlands. Auf dem Gipfel stehen das Fichtelberghaus mit Aussichtsturm und eine Wetterwarte, die seit 1916 misst – die höchste je gemessene Schneedecke lag hier bei 3,35 Metern. Bei klarer Sicht reicht der Blick laut Wikipedia rund 220 Kilometer weit bis zum Brocken im Harz. Gleich gegenüber auf tschechischer Seite liegt der Keilberg (Klínovec); zusammen bilden beide das bedeutendste Wintersportzentrum des Erzgebirges.

3. Großer Arber (Bayerischer Wald), 1.456 Meter

Der höchste Berg des Bayerischen Waldes. Die Arber-Bergbahn fährt bis kurz unter den Gipfel; im Winter ist zudem ein Winterwanderweg zum Gipfel markiert. Bei Eis und Neuschnee braucht es Grödel oder Schneeschuhe.

Oben erwarten dich im Winter die Arbermandl: Fichten, die Ostwind und Eis laut Wikipedia in bizarre, weiße Figuren verwandeln. Die Gipfelregion trägt statt Wald subalpine Wiesen, Felsen und Latschen. Auf dem Gipfel stehen eine kleine Kapelle und zwei markante Radarkuppeln der Luftwaffe. An den Flanken liegen der Große und der Kleine Arbersee – beide sind ein gutes Ziel, wenn der Gipfel im Nebel steckt.

4. Feldberg (Schwarzwald), 1.493 Meter

Vom Haus der Natur führt ein rund neun Kilometer langer Winterweg auf den höchsten Berg des Schwarzwalds; er wird laut Naturschutzzentrum Südschwarzwald meist bald nach Neuschnee gewalzt. Bequemer geht es mit der Feldbergbahn. Oben steht der Feldbergturm mit Aussichtsplattform.

Laut Naturschutzzentrum können Nebel, Schnee und Wind den Winterweg trotz der schwarz-orangen Markierungsstangen äußerst beschwerlich machen – der Feldberg ist der höchste Berg Deutschlands außerhalb der Alpen und entsprechend exponiert. Am Fuß liegt Feldberg-Ort, laut Wikipedia die höchstgelegene Ortschaft Deutschlands, und am Bahnhof Feldberg-Bärental hält die Bahn höher als irgendwo sonst in Deutschland an einer Normalspurstrecke. Im Feldbergturm auf dem Seebuck liegt im elften Stock das höchste Trauzimmer Deutschlands.

5. Wasserkuppe (Rhön), 950 Meter

Hessens höchster Berg. Die 360-Grad-Plattform auf dem Radom ist laut Betreiber täglich von 8 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet. Unterhalb gibt es kurze Winterwanderwege, etwa am Lüttergrund.

Das Radom war früher eine militärische Radarkuppel, heute bietet es einen Rundumblick über die verschneite Rhön. Die Wasserkuppe gilt als Wiege des Segelflugs: Laut Wikipedia machten Darmstädter Studenten hier ab 1911 Flugversuche, 1920 fand der erste Rhön-Segelflugwettbewerb statt; das Deutsche Segelflugmuseum erzählt die Geschichte. An der Südflanke entspringt die Fulda. Mehr Winterwege rund um den Berg findest du in unserem Beitrag zu den Winterwanderwegen in der Rhön.

6. Großer Feldberg (Taunus), 879 Meter

Der höchste Berg des Taunus. Die Buslinie 57 fährt ab Oberursel-Hohemark und Königstein bis aufs Plateau. Oben stehen ein 40 Meter hoher Aussichtsturm und das Feldberghaus.

Der Aussichtsturm wurde laut Wikipedia 1902 gebaut und nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1949 neu errichtet. Daneben ragt ein Sendeturm von 1937 auf, einer der ältesten Fernsehstandorte Deutschlands. Am Nordrand des Plateaus liegt der Brunhildisfelsen aus Quarzit. Im Feldberghaus sitzt das höchstgelegene Standesamt Hessens. Für viele im Rhein-Main-Gebiet ist der Feldberg der schnellste Weg in den Schnee – entsprechend voll kann es an Wochenenden werden.

Wann sich der Weg nach oben lohnt

Die beste Fernsicht gibt es oft an kalten, klaren Hochdrucktagen. Besonders eindrucksvoll ist eine Inversionswetterlage: Dann liegt kalte, feuchte Luft als Nebelmeer in den Tälern, während die Gipfel darüber in der Sonne stehen. Im Tal ist es grau, oben siehst du über ein weißes Wolkenmeer, aus dem nur die höchsten Kuppen herausragen. Ob so eine Lage herrscht, verraten Webcams auf den Gipfeln oft schon am Morgen.

Umgekehrt gilt: Steckt der Gipfel in den Wolken, siehst du oben oft nur wenige Meter weit. Dann ist ein Ziel im Tal – ein See, ein Moor oder ein Waldweg – die bessere Wahl. Plane deinen Ausflug am besten so, dass du kurzfristig zwischen Gipfel und Tal entscheiden kannst.

Oben ist es kälter, als du denkst

Mit jedem Höhenmeter wird es kühler, und auf freien Gipfeln kommt der Wind dazu. Wind lässt die Temperatur deutlich kälter wirken, als das Thermometer anzeigt – auf dem Brocken weht er laut Wikipedia im Mittel mit 42 Kilometern pro Stunde. Auch wenn du mit Bahn oder Bus hinauffährst: Zieh dich so an, als würdest du wandern. Mütze, Handschuhe, eine winddichte Jacke und feste Schuhe gehören dazu, denn rund um Aussichtstürme und Bergstationen sind die Wege oft vereist.

Welcher Gipfel passt zu dir?

  • Ganz ohne Aufstieg: Brocken (Brockenbahn), Fichtelberg (Schwebebahn) und Großer Feldberg im Taunus (Bus 57).
  • Mit kurzer Winterwanderung: die Wasserkuppe mit den Wegen am Lüttergrund und zum Guckaisee.
  • Mit echter Wintertour: der Feldberg im Schwarzwald auf dem rund neun Kilometer langen Winterweg ab dem Haus der Natur.
  • Für Fotografen: der Große Arber mit den Arbermandl und der Brocken mit Raureif und, mit Glück, dem Brockengespenst.

Tipps

  • Webcams prüfen: Viele Gipfel haben Webcams – ein Blick spart die Fahrt in den Nebel.
  • Früh oder spät: Am Vormittag ist die Luft oft am klarsten, und an Wochenenden sind Bahnen und Parkplätze dann noch leerer.
  • Fahrzeiten im Winter von Bahnen und Bussen vorab prüfen; sie können sich nach Wetter und Saison ändern.
  • Warm anziehen: Mütze, Handschuhe und eine winddichte Jacke gehören auch bei Sonnenschein in den Rucksack. Eine Thermoskanne mit Tee macht die Pause am Gipfel angenehmer.

Quellen

Häufige Fragen zu verschneiten Aussichtspunkten

Auf welche Gipfel kommt man im Winter mit der Bahn?

Zum Beispiel auf den Brocken mit der Brockenbahn, auf den Fichtelberg mit der Schwebebahn, auf den Großen Arber mit der Arber-Bergbahn und auf den Feldberg mit der Feldbergbahn.

Welcher ist der höchste dieser Aussichtsberge?

Der Feldberg im Schwarzwald mit 1.493 Metern.

Kann man im Winter auf den Großen Feldberg im Taunus fahren?

Ja, die Buslinie 57 fährt ab Oberursel-Hohemark und Königstein bis aufs Plateau.

Wann ist die Plattform auf dem Radom der Wasserkuppe geöffnet?

Laut Betreiber täglich von 8 Uhr bis Sonnenuntergang.

Was ist das Brockengespenst?

Dein eigener, riesig wirkender Schatten, den die Sonne in deinem Rücken auf eine Nebelwand wirft. Am nebelreichen Brocken ist das häufig zu sehen.

Wie weit sieht man vom Fichtelberg?

Bei klarer Sicht laut Wikipedia rund 220 Kilometer weit bis zum Brocken im Harz.

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