Farbige Tropfsteine im Märchendom der Saalfelder Feengrotten, gespiegelt im Wasser
Foto: Ansgar Koreng, CC BY 3.0 de, via Wikimedia Commons

Naturspot · Höhle

Saalfelder Feengrotten

Die Saalfelder Feengrotten sind ein ehemaliges Alaunschiefer-Bergwerk, das seit 1993 als „farbenreichste Schaugrotten der Welt“ im Guinness-Buch steht. In knapp 300 Jahren hat mineralreiches Wasser hier Tropfsteine in Braun-, Ocker- und Grüntönen wachsen lassen. Höhepunkt ist der Märchendom mit der Gralsburg, die schon Siegfried Wagner zu einem Bühnenbild inspirierte.

Was die Feengrotten besonders macht

Die Feengrotten in Saalfeld sind keine natürliche Höhle, sondern ein Schaubergwerk: das ehemalige Alaunschieferbergwerk „Jeremias Glück“. Seit 1993 stehen sie als „Die farbenreichsten Schaugrotten der Welt“ im Guinness-Buch der Rekorde. Das eisen- und mineralreiche Wasser hat Tropfsteine in vielen Farben geschaffen – besonders auffällig sind die zahlreichen Brauntöne. Mehr als 45 Minerale sind hier laut Wikipedia sicher nachgewiesen.

Mit rund 160.000 Besuchern im Jahr sind die Feengrotten laut Wikipedia nach der Atta-Höhle die meistbesuchte Schauhöhle Deutschlands; seit der Eröffnung 1914 kamen über 20 Millionen Menschen.

Vom Bergwerk zur Märchenwelt

Ab etwa 1530 suchten Bergleute hier nach Erz, fanden aber nur Alaunschiefer. Daraus gewannen sie Alaun zum Gerben von Leder und später Vitriol. Um 1850 kam der Abbau zum Erliegen. Als 1910 Mediziner und Geologen in die stillgelegte Grube einfuhren, entdeckten sie eine Tropfsteinwelt, die in weniger als 300 Jahren gewachsen war. Am 22. Dezember 1913 stieß man auf die dritte Sohle mit dem Märchendom – am 31. Mai 1914 wurden die Feengrotten eröffnet.

Warum die Tropfsteine so schnell wachsen

In Kalksteinhöhlen wachsen Tropfsteine sehr langsam. In den Feengrotten bestehen sie dagegen aus Diadochit, auch Bergbutter genannt – einer relativ weichen Eisen-Phosphat-Sulfat-Verbindung. Laut Wikipedia wachsen sie damit wohl tausendmal schneller als in Kalkhöhlen.

Der Rundgang

Das Schaubergwerk hat drei Sohlen, also drei Stockwerke. Auf der ersten geht es um die Arbeit der Bergleute; hier liegt auch einer der ersten Heilstollen Deutschlands von 1937. Die zweite Sohle liegt 26 Meter unter Tage, ihre Quellgrotten sind nach dem Heilwasser benannt, das dort einst gefasst wurde. Auf der dritten Sohle liegt der Märchendom, der älteste und schönste Hohlraum, mit Tropfsteinen von etwa 250 bis 300 Jahren.

Die Gralsburg

Im Hintergrund des Märchendoms ballen sich zusammengewachsene Tropfsteine zur „Gralsburg“. Die Kulisse inspirierte Siegfried Wagner, den Sohn Richard Wagners, in den 1920er Jahren zu einem Bühnenbild für den Tannhäuser bei den Bayreuther Festspielen.

Der Wurzelstalaktit

Kurz vor dem Ausgang hängt ein Wurzelstalaktit: das Wurzelwerk einer über 200 Jahre alten Eiche, das zehn Meter tief in den Berg gewachsen ist. Den Baum selbst siehst du draußen, wenige Schritte vom Brunnentempel entfernt, in dem der Rundgang endet.

Rund um das Bergwerk

Im Quellenhaus zeigt das Erlebnismuseum „Grottoneum“ seit 2011 interaktiv Bergbau, Tropfsteine und Mineralien. Auf dem Außengelände liegen der Brunnentempel von 1937, ein Handwerkerhof und der Spielbereich „Feenweltchen“. Neben den normalen Führungen gibt es eigene Führungen für Kinder.

Praktische Hinweise

  • Besuch nur mit Führung: Zeiten und Preise vorab auf der Website der Feengrotten prüfen.
  • Kleidung: Unter Tage ist es kühl und feucht – eine Jacke mitnehmen, auch im Sommer.
  • Fotos: Ob fotografiert werden darf, entscheidet der Betreiber – vor Ort nachfragen.

Quellen

Saalfelder Feengrotten auf der Karte

Naturspot

Häufige Fragen zu den Saalfelder Feengrotten

Was sind die Saalfelder Feengrotten?

Ein Schaubergwerk in einem ehemaligen Alaunschieferbergwerk, berühmt für seine farbigen Tropfsteine. Eröffnet wurde es am 31. Mai 1914.

Warum sind die Tropfsteine so bunt?

Das Wasser ist sehr eisen- und mineralreich. Über 45 Minerale sind nachgewiesen, deshalb schimmern die Tropfsteine in vielen Farben, vor allem in Brauntönen.

Was ist der Märchendom?

Der älteste und schönste Hohlraum der Feengrotten auf der dritten Sohle, mit der Tropfsteinformation „Gralsburg“.

Stehen die Feengrotten im Guinness-Buch?

Ja, seit 1993 als „die farbenreichsten Schaugrotten der Welt“.

Wie viele Besucher haben die Feengrotten?

Laut Wikipedia rund 160.000 im Jahr – damit sind sie nach der Atta-Höhle die meistbesuchte Schauhöhle Deutschlands.