Was die Triberger Wasserfälle besonders macht
Mitten in Triberg rauscht die Gutach durch ein bewaldetes Tal hinunter: Auf insgesamt 163 Metern Fallhöhe springt das Wasser über Granitstufen von Becken zu Becken. Die Stadt bewirbt sie als Deutschlands höchste Wasserfälle. Laut Wikipedia entfallen 92 Meter auf die sieben Hauptstufen, der obere Teil fällt noch einmal 16 Meter über drei Stufen. Im Mittel fließen 650 Liter pro Sekunde, nach Regen und zur Schneeschmelze deutlich mehr.
Rund 500.000 Menschen kommen jedes Jahr. Das Gebiet gehört zum Landschaftsschutzgebiet „Triberger Wasserfälle und Prisenbach“ und ist als Geotop ausgewiesen. Der Titel „höchste Wasserfälle Deutschlands“ ist übrigens umstritten: Als höchster Wasserfall gilt laut Wikipedia der Röthbachfall am Königssee im Berchtesgadener Land, der weit über 300 Meter tief fällt.
Wie die Kaskaden entstanden sind
Die Gutach ist ein Zufluss der Kinzig. Ihre Stufen folgen den Klüften im sogenannten Triberger Granit: Wo das Gestein Risse hat, konnte das Wasser leichter angreifen, wo es fest ist, bildet es Kanten. Die Grundform hat die Eiszeit angelegt: Der Kessel, in dem die Fälle liegen, ist laut Wikipedia eine eiszeitliche Karform, zuletzt überprägt in der Würm-Eiszeit. Rund 1,5 Kilometer unterhalb verstärkt eine Verwerfung, die Kesselberg-Verwerfung, das Gefälle des Bachs zusätzlich.
Geschichte: Wege, Bahn und Strom
Begehbar gemacht wurden die Fälle schon 1805, als der Obervogt Theodor Huber gesicherte Wege anlegen ließ. Richtig voll wurde es Mitte des 19. Jahrhunderts, unter anderem mit der Schwarzwaldbahn, die bei Triberg ihren technisch anspruchsvollsten Abschnitt hat und auf der ganzen Strecke 40 Tunnel zählt. Die Kraft des Wassers nutzte die Stadt ebenfalls früh: 1884 bekam Triberg als erste Stadt in Deutschland eine elektrische Straßenbeleuchtung, gespeist aus der Energie der Wasserfälle.
Wege: Naturweg, Kulturweg und Kaskadenweg
Asphaltierte Wege und zwei Holzbrücken führen an den Kaskaden entlang. Laut Stadt Triberg gibt es drei markierte Routen – den Naturweg, den Kulturweg und den Kaskadenweg. Für den Haupteingang an der Hauptstraße 85 ist der Zugang bis zur ersten Plattform barrierefrei. Wer alles in Ruhe ablaufen will, braucht laut Ausflugsportalen etwa zwei Stunden; Treppen und Steigungen gehören weiter oben dazu.
Entlang der Wege kannst du laut Stadt Triberg viele Eichhörnchen beobachten. Infotafeln erklären Tiere, Pflanzen und Besonderheiten des Wasserfallgebiets.
Mit Kinderwagen, Rollstuhl und Hund
Vom Haupteingang führt laut Stadt ein asphaltierter, leicht ansteigender Weg in 10 bis 15 Minuten zur ersten Plattform. Einen ebenen Weg bis dorthin gibt es vom Eingang hinter der Asklepios-Klinik, allerdings ohne Parkplatz an der Klinik. Zu den oberen Brücken geht es nur über einen sehr steilen Weg. Hunde sind an der Leine erlaubt.
Eintritt und Öffnungszeiten 2026
- Sommersaison (ab 2. April bis etwa November): Erwachsene 9 €, Kinder von 6 bis 17 Jahren 8,50 €.
- Wintersaison (etwa November bis April): Erwachsene 7 €, Kinder 6,50 €.
- Familienkarte: laut Ausflugsportalen 20 € im Sommer, 16 € im Winter.
- Kinder unter 6 Jahren: frei.
Preise laut Stadt Triberg, Stand 2026. Die Kassen sind laut Ausflugsportalen etwa von 9 bis 19 Uhr besetzt.
Abends: die beleuchteten Wasserfälle
Laut Stadt werden die Wasserfälle im Sommer bis etwa 22 Uhr angestrahlt, im Winter ab der Dunkelheit. Gerade in der dunklen Jahreszeit lohnt ein Besuch am frühen Abend.
Die Wasserfälle im Winter
Im Winter ist nur der untere Teil geöffnet; er wird laut Stadt geräumt und gestreut, trotzdem können Wege und Brücken vereist sein. Bei Sturm oder Eisregen wird das Gelände vorübergehend gesperrt. Bei Frost bilden sich an den Kaskaden Eisgebilde, die Wikipedia als besonderen Anblick beschreibt. Die oberen Wege bleiben im Winter zu.
Anfahrt und Parkplatz
Der Haupteingang liegt im Zentrum von Triberg an der Hauptstraße 85, vier weitere Eingänge erschließen die Wasserfälle von allen Seiten. Geparkt wird zum Beispiel am Scheffelplatz am mittleren Eingang; laut Ausflugsportalen ist er von 9 bis 19 Uhr gebührenpflichtig, davor und danach kostenlos.
Triberg rund um die Wasserfälle
Die Stadt liegt auf 684 Metern im mittleren Schwarzwald und hat einiges in Gehweite der Fälle. Am Bergsee, an dem einer der fünf Eingänge liegt, steht die Wallfahrtskirche Maria in der Tanne mit einem Hochaltar von Joseph Anton Schupp. Das Schwarzwaldmuseum zeigt die Geschichte der Region, dazu kommen ein Greifvogel- und Eulenpark und eine begehbare Kuckucksuhr, die als größte der Welt beworben wird. Auch Wintersportgeschichte wurde hier geschrieben: 1908 lief in Triberg laut Wikipedia der erste elektrische Skilift der Welt, und 1925 fand auf dem Bergsee die Europameisterschaft im Eiskunstlauf statt.
In der Nähe
Rund 15 Kilometer südlich, in der Gegend um Furtwangen, entspringt die Breg – die Bregquelle gilt als Quelle der Donau (Entfernung redaktionell geschätzt).
Praktische Hinweise
- Schuhe: Die Wege sind oft nass von der Gischt – Schuhe mit Profil sind sinnvoll.
- Eichhörnchen: Ob und womit gefüttert werden darf, steht nicht verifiziert fest – Hinweise vor Ort beachten.
