Mauerreste und Steinstufen der Burgruine Irslingen im Wald
Foto: Karsten Ratzke, CC0, via Wikimedia Commons

Naturspot · Aussichtspunkt

Burgruine Irslingen im Schlichemtal

Auf einem Umlaufberg der Schlichem stehen die Mauerreste der Burg Irslingen, Stammsitz der Herzöge von Urslingen. Ihre Familie stieg im 12. Jahrhundert bis zu Herzögen von Spoleto und Reichsverwesern Siziliens auf – und endete als „Bettelherzog“. Heute liegt die Ruine still im Naturschutzgebiet Schlichemtal, nahe der Schlichemklamm.

Was die Burgruine Irslingen besonders macht

Die Burg Irslingen, auch Urslingen genannt, ist die Ruine einer Höhenburg im Schlichemtal beim Dietinger Ortsteil Irslingen. Sie steht laut Wikipedia auf einem 530 Meter hohen Umlaufberg der Schlichem – einem Hügel, um den der Fluss in einer engen Schleife herumfließt. Von der Anlage, die schon im 16. Jahrhundert zerstört war, sind heute noch Mauerreste erhalten.

Aufstieg und Fall der Herzöge von Urslingen

Erstmals erwähnt wird die Burg 1178. Gebaut haben sie vermutlich die Herren von Urslingen, deren Stammsitz sie war. Mit Konrad von Urslingen begann der Aufstieg der Familie in der Reichsverwaltung der Staufer: Er wurde Herzog von Spoleto und war zeitweise sogar Reichsverweser von Sizilien.

Nach dem Tod Kaiser Heinrichs VI. 1197 verlor Konrad das Herzogtum Spoleto wieder. Beim Versuch, es zurückzugewinnen, wurde Rainald von Urslingen während des Fünften Kreuzzugs kaiserlicher Stellvertreter in Italien und Sizilien. 1230 fiel er beim Kaiser in Ungnade und wurde eingekerkert; 1233 durften die Urslinger Sizilien verlassen, ihre Güter wurden eingezogen.

Den Herzogstitel behielt die Familie, ihr Besitz aber schrumpfte. Die Stammburg war schon 1327 in württembergischer Hand. Reinold VI., der letzte Herzog von Urslingen, verkaufte 1381 auch noch Schiltach an Württemberg. Ein Chronist nannte ihn einen „armen, verderbten Bettelherzog“.

Die Ruine heute

Die Ruine liegt unweit der Schlichemklamm im Naturschutzgebiet Schlichemtal. Einen schönen Blick hinüber hast du von den Felsen am Hofgut Ramstein auf der anderen Talseite.

So kommst du hin

Am einfachsten verbindest du die Ruine mit der Paradiestour Schlichemklamm: Ein kurzer Abstecher führt von der Runde zur Burg. Laut Wikipedia ist sie außerdem über den Schlichemwanderweg erreichbar. Mehr über das ganze Tal liest du auf unserer Seite zum Schlichemtal.

Praktische Hinweise

  • Ruine: Mauerreste können bröckeln – nicht darauf klettern.
  • Naturschutzgebiet: Auf den Wegen bleiben.
  • Schuhe: Die Pfade im Schlichemtal sind teils schmal und bei Nässe rutschig.

Quellen

Burgruine Irslingen im Schlichemtal auf der Karte

Naturspot

Häufige Fragen zur Burgruine Irslingen

Wo liegt die Burgruine Irslingen?

Im Schlichemtal beim Ortsteil Irslingen der Gemeinde Dietingen im Landkreis Rottweil, auf einem 530 Meter hohen Umlaufberg der Schlichem.

Wie alt ist die Burg Irslingen?

Sie wird erstmals 1178 erwähnt. Im 16. Jahrhundert war sie bereits zerstört.

Wer waren die Herzöge von Urslingen?

Eine schwäbische Adelsfamilie, deren Stammsitz die Burg war. Konrad von Urslingen wurde Herzog von Spoleto und zeitweise Reichsverweser von Sizilien.

Wie kommt man zur Burgruine Irslingen?

Über den Schlichemwanderweg oder mit einem kurzen Abstecher von der Paradiestour Schlichemklamm ab Epfendorf.