Gipfelkreuz auf dem Ostgipfel der Kampenwand in den Chiemgauer Alpen
Foto: Rosa-Maria Rinkl, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Naturspot · Aussichtspunkt

Chiemgauer Alpen

Zwischen Inn und Saalach erheben sich die Chiemgauer Alpen bis auf 1.961 Meter. Sanfte Gipfel, Almen und mehrere Bergbahnen machen sie zu einem Wandergebirge für alle – vom Ausflug auf die Kampenwand bis zur Via Alpina.

Was die Chiemgauer Alpen besonders machen

Im Südosten Oberbayerns steigen die Alpen nicht schroff, sondern in grünen, bewaldeten Wellen auf: Die Chiemgauer Alpen reichen vom Inntal bei Rosenheim über den Raum südlich des Chiemsees bis an die Saalach bei Bad Reichenhall. Der größte Teil liegt in Bayern, kleinere Teile gehören zu Tirol und Salzburg. Laut Wikipedia sind die Gipfelformen „in der Regel nicht besonders schroff“ – ideal für Wanderungen, bei denen du nicht klettern musst.

Die höchsten Berge

  • Sonntagshorn: 1.961 Meter, höchster Gipfel, auf der Grenze zwischen Bayern und Salzburg.
  • Geigelstein: 1.808 Meter, der höchste Gipfel, der ganz in Bayern liegt.
  • Hochstaufen: 1.771 Meter.
  • Hochgern: 1.748 Meter.
  • Hochfelln: 1.674 Meter.
  • Rauschberg: 1.671 Meter (Hinterer Rauschberg) bei Ruhpolding.

Die meisten dieser Gipfel sind mit markierten Wegen und Hütten erschlossen; Wikipedia listet allein 18 Hütten im Gebirge. Das Hochfellnhaus auf 1.674 Metern gilt als höchstgelegenes Gasthaus im Chiemgau.

Natur: der Blumenberg Geigelstein

Wie reich die Natur hier ist, zeigt der Geigelstein zwischen Aschau und Schleching. Auf ihm wachsen laut Wikipedia rund 720 Farn- und Blütenpflanzenarten, 111 davon nach europäischem Recht geschützt – daher sein Beiname „Blumenberg des Chiemgaus“. Am Berg leben Hasel-, Birk- und Auerhühner sowie Alpenschneehühner, seit 2000 sind in der Region auch Steinadler und Wanderfalken nachgewiesen.

Geschützt ist der Berg erst nach langem Streit: 1975 gründete sich die Bürgerinitiative „Rettet den Geigelstein“ gegen eine geplante Skischaukel und neue Bahnen. Nach über 15 Jahren wurde 1991 ein Naturschutzgebiet von 3.135 Hektar ausgewiesen. Auf seiner Nordostseite liegt die Roßalm auf 1.681 Metern, laut Wikipedia die höchste Alm im Chiemgau.

Bergbahnen in den Chiemgauer Alpen

Wer Höhenmeter sparen will, fährt mit einer der Bahnen hinauf. Laut Wikipedia bringen die Hochriesbahn, die Kampenwandbahn und die Hochfellnbahn Ausflügler zu beliebten Aussichtspunkten. Dazu kommt die Sesselbahn auf die Hochplatte in Marquartstein. Die Rauschbergbahn bei Ruhpolding von 1953 steht dagegen laut Wikipedia seit November 2022 still.

Kampenwand: das größte Gipfelkreuz der Bayerischen Alpen

Das bekannteste Ausflugsziel ist die Kampenwand über Aschau im Chiemgau. Ihr Gipfel liegt auf 1.669 Metern und besteht aus Wettersteinkalk aus der Trias. Das zwölf Meter hohe Gipfelkreuz von 1950, auch Chiemgaukreuz genannt, ist laut Wikipedia das höchste Bergkreuz der Bayerischen Alpen und wird seit 2003 mit Solarstrom beleuchtet. Die Kampenwandbahn von 1957 bringt dich in Vierer-Kabinen in rund 14 Minuten von 620 auf 1.470 Meter. Bis zum Chiemsee sind es von hier nur gut acht Kilometer Luftlinie, der Geigelstein liegt etwa sechs Kilometer südlich.

Wandern in den Chiemgauer Alpen

Wegen der sanften Formen eignen sich viele Touren auch für Einsteiger und Familien. Zu den Almen am Hang führen breite Forstwege, auf die Gipfel meist gut markierte Bergpfade. Mit Kindern lassen sich die Wege über die Bergbahnen abkürzen, etwa an der Kampenwand oder an der Hochplatte. Kletterer finden laut Wikipedia an der Kampenwand und an der Steinplatte eigene Gebiete. Auch ein Stück Fernweg zieht durch das Gebirge: Der Violette Weg der Via Alpina quert die Chiemgauer Alpen in sechs Etappen von Unken in Österreich bis Oberaudorf am Inn.

Almen und Almabtrieb

Die Almwirtschaft prägt das Gebirge bis heute. In der Ferienregion Chiemsee-Alpenland, zu der der westliche Teil der Chiemgauer Alpen gehört, werden laut Tourismusverband über 140 Almen bewirtschaftet, rund 60 davon bewirten auch Gäste. Im Spätsommer und Frühherbst ziehen die Kühe festlich geschmückt ins Tal; einer der bekanntesten Almabtriebe ist laut Veranstaltungsportalen der in Reit im Winkl, nach rund 100 Tagen auf der Alm.

Die Chiemgauer Alpen im Winter

Im Winter ändert sich das Bild: Das größte Skigebiet ist laut Wikipedia Winklmoos-Steinplatte bei Reit im Winkl. Auf geräumten Wegen geht es zu verschneiten Almen, in Reit im Winkl gibt es sogar zertifizierte Premium-Winterwanderwege. Eine Auswahl mit Längen und Höhenmetern steht in unserem Beitrag Winterwanderung im Chiemgau, die Hintergründe zu Markierung und Räumung im Ratgeber Winterwanderwege.

Ausgangsorte

Gute Startpunkte sind Aschau im Chiemgau mit der Kampenwandbahn, Marquartstein und Reit im Winkl im Achental sowie Ruhpolding und Inzell im Osten. Von Inzell aus erreichst du zu Fuß auch einige der kleinen Bergseen am Rand des Gebirges.

Praktische Hinweise

  • Bergbahnen: Fahrzeiten und Revisionspausen im Frühjahr und Herbst vorab bei den Betreibern prüfen.

Quellen

Chiemgauer Alpen auf der Karte

Naturspot

Häufige Fragen zu den Chiemgauer Alpen

Welcher ist der höchste Berg der Chiemgauer Alpen?

Das Sonntagshorn mit 1.961 Metern auf der Grenze zwischen Bayern und Salzburg.

Welche Bergbahnen gibt es in den Chiemgauer Alpen?

Unter anderem die Hochriesbahn, die Kampenwandbahn, die Hochfellnbahn und die Hochplattenbahn in Marquartstein.

Sind die Chiemgauer Alpen für Anfänger geeignet?

Ja, viele Gipfel sind nicht schroff und über markierte Wege erreichbar. Für einzelne Touren brauchst du trotzdem Trittsicherheit.

Wo liegen die Chiemgauer Alpen?

Im Südosten Oberbayerns zwischen Inntal und Saalach, südlich des Chiemsees; kleine Teile gehören zu Tirol und Salzburg.