Was den Forggensee besonders macht
Nördlich von Füssen breitet sich im Ostallgäu ein See aus, der aussieht, als läge er schon immer dort – dabei ist er erst gut 70 Jahre alt. Der Forggensee ist ein Stausee des Lechs, liegt auf rund 780 Metern und ist mit 15,2 Quadratkilometern laut Wikipedia der fünftgrößte See Bayerns. Er ist 8,7 Kilometer lang und bis zu 2,8 Kilometer breit; rund zwei Drittel seiner Fläche gehören zur Gemeinde Schwangau, dazu kommen Füssen, Halblech, Rieden am Forggensee und Roßhaupten.
Das Besondere: Der See ist nur im Sommer voll. Vom 1. Juni bis zum 15. Oktober hält der Betreiber den Stauspiegel hoch, danach wird abgelassen. Wer im Winter oder Frühjahr kommt, sieht deshalb einen großen Teil des Seebodens.
Geschichte: ein Stausee und ein versunkener Weiler
Gebaut wurde der Damm bei Roßhaupten von 1950 bis 1954. Er ist 37 Meter hoch und an der Krone 320 Meter lang. Der neue See ersetzte den viel kleineren Füssener See und überflutete den Weiler Forggen, nach dem er benannt ist. Die Bewohner wurden umgesiedelt; vorausgegangen waren Proteste, die 1952 in den sogenannten Schwangauer Vertrag mündeten. Wenn der See abgelassen ist, tauchen die Reste von Forggen wieder auf.
Zwei Turbinen im Kraftwerk Roßhaupten erzeugen laut Wikipedia im Schnitt rund 152,6 Gigawattstunden Strom im Jahr. Mindestens genauso wichtig ist der Hochwasserschutz: Im Winter wird der Pegel abgesenkt, damit der See bei Schneeschmelze und Starkregen Wasser aufnehmen kann. In den Hochwasserjahren 1999 und 2005 strömten in der Spitze über 1.100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Lech in den See.
Der See im Jahreslauf
Früher wurde der See im Winter um 10 bis 15 Meter abgesenkt. Seit 2022 sind es mit Rücksicht auf Tiere und Pflanzen höchstens 8 Meter; den tiefsten Stand erreicht er meist im März. Dann wird im trockenen Seebett auch Kies abgebaut. Mit der Schneeschmelze füllt er sich wieder, und ab Juni ist er voll.
Auch das Wasser verändert sich übers Jahr: Im Frühjahr reicht die Sicht laut Wikipedia nur etwa 0,8 Meter tief, im Sommer und Herbst bis zu 6 Meter. Weil der Pegel so stark schwankt, haben es Wasserpflanzen hier schwer.
Schifffahrt: Rundfahrten mit MS Allgäu und MS Füssen
Seit 1955 fahren auf dem Forggensee Ausflugsschiffe der städtischen Forggensee-Schifffahrt Füssen, heute die MS Allgäu und die MS Füssen. Laut BayernTourismus gibt es in der Saison vom 1. Juni bis 15. Oktober eine kleine und eine große Rundfahrt sowie einen Linienverkehr; beide Schiffe sind barrierefrei, Tickets gibt es an Bord und online. Fahrplan und Preise stehen auf der Website der Stadt Füssen.
Baden, Segeln und Stand-up-Paddling
Im Sommer ist der Forggensee ein Wassersportrevier: Laut Wikipedia wird hier gebadet, gesegelt, gerudert, gesurft, gekitet und gepaddelt, und es gibt mehrere öffentliche Badestellen. Welche Stellen bewacht sind und wo Hunde ins Wasser dürfen, ist nicht verifiziert – das klärst du am besten vor Ort bei den Gemeinden.
Mit dem Rad um den See
Ein Rundweg führt einmal um den ganzen See; laut Radportalen ist er je nach Variante etwa 30 bis 32 Kilometer lang. Unterwegs kommst du durch Füssen, Schwangau, Rieden und Roßhaupten und über den Damm. Wer abkürzen will, kann laut Radportalen gegen Gebühr das Rad auf die Schiffe mitnehmen (nicht verifiziert).
Tiere am See
Für Vögel ist der Stausee trotz der Pegelschwankungen wichtig: Er ist laut Wikipedia Brutgebiet für Wasservögel und Rastplatz für Zugvögel. Im See leben unter anderem Hecht, Karpfen, Zander, Regenbogen- und Seeforelle, die für die Angelfischerei eingesetzt werden.
Festspielhaus am Seeufer
Am Südufer bei Füssen steht auf einer künstlich aufgeschütteten Fläche im See das Festspielhaus Neuschwanstein. Der Grundstein wurde am 25. August 1998 gelegt, eröffnet wurde es am 7. April 2000.
In der Nähe
Wer im Allgäu mehr Wasser in Bewegung sehen will, fährt Richtung Oberstdorf zur Breitachklamm, einer der tiefsten Felsschluchten Mitteleuropas.
Praktische Hinweise
- Wann voll, wann leer: Voller See vom 1. Juni bis 15. Oktober; danach wird abgesenkt, der Tiefststand ist meist im März.
- Schiffe: Nur in der Sommersaison; barrierefrei laut BayernTourismus.
- Seegrund: Ob und wo das trockene Seebett betreten werden darf, ist nicht verifiziert – Hinweise vor Ort beachten, im Winter wird dort Kies abgebaut.
