Urftsee mit Vogelsang im Nationalpark Eifel
Foto: Cayambe, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Naturspot · Sternenhimmel

Sternenpark Nationalpark Eifel

Seit 2019 ist der Nationalpark Eifel ein internationaler Sternenpark – 65 Kilometer von Köln entfernt kannst du hier die Milchstraße mit eigenen Augen sehen. Die Sternwarte am Vogelsang bietet Sternenwanderungen mit Teleskopen, dazu gibt es ausgewiesene Beobachtungsplätze.

Was den Sternenpark Eifel besonders macht

Der Nationalpark Eifel liegt im Norden der Eifel zwischen Nideggen, Gemünd und der belgischen Grenze, rund 65 Kilometer südwestlich von Köln. Er wurde am 1. Januar 2004 eingerichtet und ist der erste Nationalpark in Nordrhein-Westfalen, rund 10.770 Hektar groß. Weil die Region dünn besiedelt ist und die Natur sich im Nationalpark selbst überlassen wird, gibt es hier nur wenig Lichtverschmutzung – laut dem Flyer des Sternenparks kann man die Milchstraße noch mit eigenen Augen sehen.

Im Februar 2014 bekam der Nationalpark von der International Dark Sky Association die vorläufige Anerkennung als Sternenpark, am 5. April 2019 wurde er endgültig als „Internationaler Sternenpark Nationalpark Eifel“ ausgewiesen. Ziel ist, die Natur in der Nacht vor künstlichem Licht zu schützen – Fledermäuse, Zugvögel und viele andere Tiere profitieren davon.

Das nächste Ziel: eine ganze Sternenregion

Die Nationalparkregion will noch weiter: Für die Anerkennung als Sternenregion müssen in einem Korridor von etwa 15 Kilometern rund um den Nationalpark Maßnahmen gegen Lichtverschwendung und Lichtverschmutzung umgesetzt werden. Die Information der Menschen in der Region hat laut Flyer bereits begonnen.

Wo du in der Eifel Sterne beobachtest

An verschiedenen Punkten in der Landschaft gibt es ausgewiesene Plätze für die nächtliche Himmelsbeobachtung; wo sie liegen, steht auf der Website des Sternenparks. Wichtig: Im Nationalpark ist das Betreten abseits der offiziellen Wege streng verboten – auch nachts. Such dir deshalb einen Platz an einem freigegebenen Weg oder einem der ausgewiesenen Beobachtungsplätze.

Die Sternwarte am Vogelsang

Am Internationalen Platz Vogelsang, dem früheren Truppenübungsplatz und der ehemaligen NS-Ordensburg mitten im Nationalpark, betreibt der Kölner Astronom Harald Bardenhagen eine Sternwarte und die Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“. Sie bietet regelmäßig Sternenwanderungen mit Teleskopen und Groß-Ferngläsern an, dazu Multimedia-Präsentationen und Workshops, auf Deutsch und Englisch. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung nötig. Weil die Beobachtungen nur bei klarem Himmel stattfinden, kommt eine Absage etwa drei Stunden vor Beginn per E-Mail, SMS oder Anruf.

Mit SternenGuides unterwegs

Speziell ausgebildete SternenGuides führen durch die Eifelnächte. 2022 starteten ihre Touren unter anderem in Dahlem, Mechernich, Hellenthal, Nettersheim und Nideggen. Ob die Startpunkte heute noch dieselben sind, prüfst du am besten vor der Buchung.

Anfahrt und Parken

Der Vogelsang liegt bei Schleiden oberhalb des Urftsees und ist mit dem Auto gut zu erreichen; dort gibt es Parkplätze, die Gebühren haben wir nicht geprüft. Wer mehrere Tage bleibt, kann über die Mehrtagesangebote von Nordeifel Tourismus die „GästeCard Nationalpark Eifel“ bekommen – laut Flyer fährt man damit frei mit Bus und Bahn in den Verkehrsverbünden VRS und AVV. Für einen Sternenabend weit draußen bist du mit dem Auto aber flexibler.

Was ins Gepäck gehört

Der Flyer des Sternenparks empfiehlt für die Nacht – ausdrücklich auch im Sommer:

  • Warme Kleidung und festes Schuhwerk: Auf den Hochflächen wird es nachts schnell kalt.
  • Rot leuchtende Taschenlampe: Sie blendet weniger und stört die Augen nicht bei der Gewöhnung an die Dunkelheit.
  • Mückenschutz: vor allem in der warmen Jahreszeit.
  • Warme Getränke und ein Snack: Eine Sternennacht dauert oft länger als gedacht.

Übernachten unter freiem Himmel

Wer die ganze Nacht draußen bleiben will: In der Nationalparkregion gibt es Trekkingplätze, auf denen gegen Gebühr bis zu zwei Zelte Platz haben; sie sind nur zu Fuß erreichbar. 2021 waren es laut Wikipedia 18 Plätze. Der Naturlagerplatz „Nordstern“ liegt am Vogelsang, außerhalb des Nationalparks – ein passender Name für eine Nacht unter den Sternen.

Was jeder gegen Lichtverschmutzung tun kann

Laut dem Flyer des Sternenparks nimmt die Lichtverschmutzung jedes Jahr um rund sechs Prozent zu; in Städten sind kaum noch Sterne zu sehen. Jeder kann etwas dagegen tun: Leuchten so ausrichten, dass sie nicht blenden und das Licht zum Boden lenken, voll abgeschirmte Leuchten mit wenig oder ohne Blauanteil wählen, Bewegungsmelder nutzen und Licht im Alltag nicht verschwenden.

Tagsüber im Nationalpark

Ein Sternenabend lässt sich gut mit einem Tag im Nationalpark verbinden. Am Vogelsang liegt mit Blick auf den Urftsee das Nationalpark-Zentrum Eifel mit der barrierefreien Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“, laut Wikipedia täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Die Ranger bieten mindestens acht kostenlose Führungen pro Woche an, ohne Anmeldung, und rund 240 Kilometer Wege führen zu Fuß oder mit dem Rad durch das Schutzgebiet.

Quellen

Sternenpark Nationalpark Eifel auf der Karte

Naturspot

Häufige Fragen zum Sternenpark Eifel

Seit wann ist der Nationalpark Eifel ein Sternenpark?

Vorläufig seit Februar 2014, endgültig seit dem 5. April 2019 als „Internationaler Sternenpark Nationalpark Eifel“.

Wo kann man in der Eifel Sterne beobachten?

An ausgewiesenen Beobachtungsplätzen in der Nationalparkregion und bei Führungen an der Sternwarte am Vogelsang IP.

Muss man sich für die Sternenwanderungen anmelden?

Ja. Die Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“ bittet um vorherige Anmeldung; bei Wolken wird etwa drei Stunden vorher abgesagt.

Darf man nachts im Nationalpark abseits der Wege gehen?

Nein. Das Betreten abseits der offiziellen Wege ist im Nationalpark auch nachts verboten.