Was den Gangolfsberg besonders macht
Der Gangolfsberg liegt in der bayerischen Rhön bei Oberelsbach im Landkreis Rhön-Grabfeld und ist laut Wikipedia 735,8 Meter hoch. Hoch ist er für Rhön-Verhältnisse nicht – berühmt ist er für seine Steine: An seiner Südostflanke liegt eine der besterhaltenen Basaltprismenwände der Rhön.
Dazu kommen ein eindrucksvoller Blockschuttwald, eine Höhle und auf dem Gipfel die Reste einer Wallanlage, die schon in der Eisenzeit genutzt wurde. Auf wenigen Kilometern bekommst du so Erdgeschichte, Wald und Siedlungsgeschichte zu sehen.
Die Basaltprismenwand
Die Rhön ist vulkanischen Ursprungs. Wo Lava langsam abkühlte, zog sie sich zusammen und zerbrach in regelmäßige Säulen. Am Gangolfsberg sind diese Säulen laut Wikipedia sechseckig und haben 30 bis 40 Zentimeter Durchmesser. Sie stehen dicht an dicht wie Orgelpfeifen in der Wand.
Rund um die Wand liegen Basaltblöcke, die im Lauf der Zeit abgebrochen sind. Auf ihnen wächst ein Blockschuttwald, laut Wikipedia eines der größten zusammenhängenden Vorkommen dieses Waldtyps in Mitteleuropa. Etwa 250 Meter südsüdwestlich des Gipfels liegt der Teufelskeller, eine Höhle im Basalt.
Wallanlage und Gangolfskapelle
Auf dem Gipfel liegen die Reste einer doppelten Wallanlage. Laut Wikipedia reichen die Funde von der Hallstattzeit (etwa 700 bis 450 vor Christus) bis ins frühe Mittelalter; mit rund 6.000 Quadratmetern gehört die Anlage zu den größten im Landkreis Rhön-Grabfeld. Bei Grabungen 1938 kamen Scherben, Fibeln, Kämme und Pfeilspitzen zutage. Die Anlage ist als Bodendenkmal geschützt.
Den Namen hat der Berg von einer Kapelle, die dem heiligen Gangolf geweiht war. Sie stammt laut Wikipedia aus dem 8. oder 9. Jahrhundert und wurde wahrscheinlich im Bauernkrieg 1525 zerstört. Heute sind nur noch Reste erhalten.
Naturlehrpfad Gangolfsberg
Am besten erkundest du den Berg auf dem Naturlehrpfad. Laut Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt ist er rund vier Kilometer lang, dauert etwa zwei Stunden und hat 18 Schautafeln zu Baumarten, Kulturgeschichte und Geologie. Er führt durch das Naturwaldreservat Elsbach, an der Basaltprismenwand, alten Steinbrüchen und Blockschutthalden vorbei bis zur Wallanlage auf dem Gipfel.
Outdooractive gibt die Runde mit 3,8 Kilometern, 155 Höhenmetern und rund 1 Stunde 15 Minuten reiner Gehzeit an; der höchste Punkt liegt bei 737, der tiefste bei 582 Metern. Start ist der kostenlose Wanderparkplatz am Schweinfurter Haus mit rund acht Stellplätzen. Das Schweinfurter Haus bietet sich für die Einkehr an – Öffnungszeiten vorab prüfen.
Wichtig: Der Pfad ist laut Forstamt nicht für Rollstühle oder Kinderwagen geeignet. Das Gelände ist steil, die Basaltblöcke können rutschig sein – hohe Wanderschuhe werden dringend empfohlen.
Im Winter
Auch im Winter lohnt sich der Gangolfsberg. Laut Outdooractive gibt es einen Winterwanderweg Gangolfsberg bei Oberelsbach mit 8,5 Kilometern, rund 2 Stunden 25 Minuten und 246 Höhenmetern, der weitgehend durch verschneiten Rhöner Wald verläuft. Mehr Touren findest du in unserem Beitrag zu den Winterwanderwegen in der Rhön. Auf dem Naturlehrpfad selbst sind die Blöcke bei Schnee und Eis besonders glatt – dort nur mit gutem Profil und am besten mit Grödeln.
Anfahrt und Parken
Mit dem Auto fährst du laut Outdooractive über die A71 bis Bad Neustadt an der Saale und weiter über die B279/B297 Richtung Oberelsbach. Geparkt wird am Wanderparkplatz beim Schweinfurter Haus. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird es schwierig: Das Forstamt nennt keine Anbindung, Outdooractive verweist auf den Rufbus Callheinz – vorab prüfen.
In der Nähe
Der Kreuzberg mit Kloster und Klosterbrauerei liegt rund 13 Kilometer Luftlinie südwestlich. In der Langen Rhön warten außerdem das Schwarze Moor bei Fladungen und der Winterwanderweg Schornhecke bei Oberelsbach.
Praktische Hinweise
- Schuhe: hohe Wanderschuhe mit gutem Profil – die Basaltblöcke sind uneben und oft feucht.
- Auf den Wegen bleiben: Die Wallanlage ist ein Bodendenkmal, der Blockschuttwald ein empfindlicher Lebensraum.
- Kinder: Die Schautafeln machen die Runde für ältere Kinder spannend; für Kinderwagen ist der Weg ungeeignet.
