Verschneite Seiser Alm mit Almhütten vor dem Schlern und den Santnerspitzen
Foto: LJKom, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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Wanderwege im Schnee: 14 Wege, auf denen im Winter am ehesten Schnee liegt

Wo findest du im Winter Wanderwege, auf denen wirklich Schnee liegt? 14 Wege von der Seiser Alm über das Tannheimer Tal und das Karwendel bis zu Feldberg, Arber, Fichtelberg und Brocken – sortiert nach Höhe, mit Länge, Gehzeit und Höhenmetern.

Veröffentlicht am 13. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit

Ein Winterwanderweg ist nur so schön wie der Schnee darauf. In milden Wintern bleibt es in tiefen Lagen oft lange grün, während weiter oben längst alles weiß ist. Deshalb sind die Wege in dieser Liste nach Höhe sortiert: zuerst die Hochalmen der Alpen, dann die Hochtäler, zum Schluss die höchsten Mittelgebirge Deutschlands. Je höher ein Weg liegt, desto eher findest du dort eine geschlossene Schneedecke. Länge, Gehzeit und Höhenmeter stammen aus den Angaben der Tourismusverbände und Tourenportale, die unter Quellen stehen.

Wie du dich im Schnee sicher bewegst, welche Ausrüstung du brauchst und worauf du bei Tageslicht und Lawinen achtest, steht in unserem Ratgeber Wandern im Schnee. Hier geht es um die Wege selbst.

Hochalmen und Gipfelwege: über 1.700 Meter

1. Hans-und-Paula-Steger-Weg, Seiser Alm (Südtirol)

Die Seiser Alm in den Dolomiten reicht von 1.680 bis 2.350 Metern und gilt mit 56 Quadratkilometern als größte Hochalm Europas. Ihr bekanntester Winterweg (Wegweiser Nr. 30) startet an der Bergstation der Umlaufbahn in Compatsch auf 1.850 Metern und führt über die verschneiten Almwiesen nach Saltria auf rund 1.700 Metern. Laut Tourismusverband ist die Runde 10,4 Kilometer lang, hat je 343 Höhenmeter und braucht 2 Stunden 35 Minuten reine Gehzeit. Sie gilt als leicht und ist für Familien und Hunde geeignet. Unterwegs hast du fast durchgehend Langkofel und Plattkofel im Blick.

2. Puflatsch, Seiser Alm

Am Nordwestrand der Alm steigt der Puflatsch bis auf 2.176 Meter. Seiser Alm Marketing gibt die Winterwanderung mit 8,99 Kilometern, rund 2 Stunden 45 Minuten und 411 Höhenmetern an, mittelschwer. Vom Aussichtsrand blickst du über die ganze Alm und die Grödner Dolomiten.

3. Höhenrunde am Neunerköpfle, Tannheimer Tal (Tirol)

Eine rund 2,2 Kilometer lange, überwiegend flache Runde ab der Bergstation des Neunerköpfles auf knapp 1.900 Metern. Laut Tourismusverband wird sie bei passender Schnee- und Wetterlage täglich präpariert. Unterwegs liegen das Gipfelkreuz und das laut Tourismusverband größte Gipfelbuch der Alpen. Hinauf kommst du ohne Aufstieg mit der Bergbahn.

4. Gamskopf bei Grän, Tannheimer Tal

Von der Bergstation der Füssener-Jöchle-Gondelbahn geht es auf den 1.890 Meter hohen Gamskopf. Am Gipfelkreuz steht ein Panorama-Informator; bei gutem Wetter reicht die Sicht über 100 Kilometer weit, bis zu Zugspitze, Ortler und Piz Buin.

Hochtäler: rund 900 bis 1.200 Meter

5. Tannheim – Vilsalpsee

Der Talboden des Tannheimer Tals liegt zwischen etwa 1.060 und 1.140 Metern, laut Tourismusverband gibt es dort rund 81 Kilometer geräumte Winterwanderwege. Von der Tourismus-Info in Tannheim führt die geräumte Straße zum Vilsalpsee: rund 4 Kilometer, etwa eine Stunde, 76 Höhenmeter. Eine Umrundung des Sees ist im Winter wegen Lawinengefahr nicht möglich, und betreten darf man ihn nicht.

6. Nesselwängle – Krinnenalpe

Vom Liftparkplatz in Nesselwängle auf dem präparierten Fahrweg zur Krinnenalpe und zurück: rund 8 Kilometer, etwa eineinhalb Stunden, 405 Höhenmeter. Mit diesen Höhenmetern ist sie die steilste der Touren, die der Tourismusverband vorschlägt.

7. Pertisau – Gernalm, Achensee (Tirol)

Pertisau liegt auf 952 Metern am Westufer des Achensees, rund um den See gibt es laut Tourismus mehr als 150 Kilometer geräumte Winterwanderwege. Die Karwendeltäler sind im Winter für Autos gesperrt. Durch das Gerntal zur Gernalm sind es laut Outdooractive 12,8 Kilometer hin und zurück, rund 3 Stunden 20 Minuten und 235 Höhenmeter. Die Länge ist die Herausforderung, nicht die Steigung.

8. Falzthurntal – Gramaialm, Achensee

Die lange Tour durch das Falzthurntal bis zur Gramaialm tief im Talschluss: 14,1 Kilometer, rund vier Stunden, 299 Höhenmeter. Outdooractive zählt die Tour in einer Variante mit 14,4 Kilometern und 416 Höhenmetern zu den schönsten Wanderungen der schneereichen Gegend. Wer es kürzer mag, geht nur bis zur Sennhütte Falzthurn: 6,5 Kilometer, rund 1 Stunde 35 Minuten, 114 Höhenmeter.

Die höchsten Mittelgebirge: über 1.100 Meter

9. Winterweg auf den Feldberg (Schwarzwald), 1.493 Meter

Der Feldberg ist der höchste Berg Deutschlands außerhalb der Alpen. Vom Haus der Natur führt ein rund neun Kilometer langer Winterweg auf den Gipfel, Gehzeit etwa zweieinhalb Stunden. Laut Naturschutzzentrum Südschwarzwald wird er meist bald nach Neuschnee gewalzt und ist mit schwarz-orangen Stangen markiert. Nebel, Schnee und Wind können ihn trotzdem sehr beschwerlich machen.

10. Winterwanderweg auf den Großen Arber (Bayerischer Wald), 1.456 Meter

Auf den höchsten Berg des Bayerischen Waldes ist im Winter ein Winterwanderweg markiert; die Arber-Bergbahn fährt bis kurz unter den Gipfel. Oben stehen die Arbermandl: Fichten, die Ostwind und Eis in weiße Figuren verwandeln. Bei Eis und Neuschnee brauchst du Grödel oder Schneeschuhe. Im ArberLand gibt es außerdem eine ganze Reihe geräumter Winterwanderwege, etwa den Chamer-Hütten-Weg in Bodenmais mit 8,46 Kilometern.

11. Gipfelplateau am Fichtelberg (Erzgebirge), 1.215 Meter

Auf Sachsens höchstem Berg misst eine Wetterwarte seit 1916, die höchste je gemessene Schneedecke lag dort laut Wikipedia bei 3,35 Metern. Die Fichtelberg-Schwebebahn bringt dich von Oberwiesenthal hinauf, oben beginnen Winterwanderungen über das Plateau. Mehr auf unserer Seite zum Fichtelberg.

12. Brockenstraße ab Schierke (Harz), 1.141 Meter

Auf dem Brocken liegt laut Wikipedia im Schnitt an 178 Tagen im Jahr Schnee. Die asphaltierte Brockenstraße ab Schierke ist für Autos gesperrt, für Wanderer aber frei. Zurück oder hinauf geht es auch mit der Brockenbahn, die ganzjährig fährt. Rechne mit Wind: Er weht dort im Mittel mit 42 Kilometern pro Stunde.

Wenn der Schnee tiefer reicht: zwei Wege unter 1.000 Metern

In schneereichen Wochen lohnen sich auch tiefere Lagen. Prüfe vorher, ob dort wirklich Schnee liegt und die Wege gewalzt sind.

13. Panoramaweg auf der Hemmersuppenalm, Reit im Winkl (Chiemgau)

Der erste Winterwanderweg in Deutschland mit dem Deutschen Wandersiegel: laut Gemeinde 6,5 Kilometer, 154 Höhenmeter, rund zwei Stunden, gewalzt und mit weitem Blick auf die verschneiten Berge. Mehr Wege in der Region stehen in unserem Beitrag zur Winterwanderung im Chiemgau.

14. Winterwanderweg am Schwarzen Moor (Rhön)

Bei Fladungen rund um das Schwarze Moor, das auf 770 bis 782 Metern liegt: laut Outdooractive 4,9 Kilometer, rund 1 Stunde 15 Minuten, gut 80 Höhenmeter. Bei Schnee und Eis kann der Bohlenweg glatt oder gesperrt sein. Weitere Wege in der Rhön findest du bei den Winterwanderwegen in der Rhön.

Welcher Weg passt zu dir?

  • Kurz und ohne Aufstieg: die Höhenrunde am Neunerköpfle (2,2 km) oder der Gamskopf – beide ab der Bergstation.
  • Leicht, aber lang genug für einen halben Tag: der Hans-und-Paula-Steger-Weg auf der Seiser Alm (10,4 km, 343 Hm).
  • Für einen ganzen Tag: die Gramaialm am Achensee (14,1 km, rund vier Stunden).
  • Mit Gipfel in Deutschland: der Winterweg auf den Feldberg (rund 9 km) oder der Große Arber.
  • Mit Kindern: Tannheim – Vilsalpsee (rund 4 km, 76 Hm) oder der Panoramaweg in Reit im Winkl.

So erkennst du einen Winterwanderweg

Winterwanderwege werden von Gemeinden, Tourismusverbänden oder Bergbahnen geräumt oder gewalzt. Du gehst auf festem Schnee und sinkst nicht bis zum Knie ein. Viele sind eigens markiert, am Feldberg etwa mit schwarz-orangen Stangen. Gespurte Loipen und Skipisten sind keine Wanderwege: Dort hast du zu Fuß nichts verloren, auch nicht am Rand.

Ob ein Weg gewalzt ist, hängt vom Schnee ab. Die Tourismusverbände melden den Zustand meist tagesaktuell, viele Gipfel haben Webcams. In der Rhön gibt das kostenlose Schneetelefon unter 0800 971 9773 in der Saison täglich Auskunft.

Gut zu wissen vor dem Start

  • Bergbahnen: Mehrere Wege beginnen an einer Bergstation. Fahrzeiten und die letzte Talfahrt vorab prüfen.
  • Tageslicht: Im Winter wird es laut Deutschem Alpenverein schon gegen 16 Uhr dunkel – lange Touren früh beginnen.
  • Einkehr: An vielen Wegen liegen Hütten und Almen. Welche im Winter offen haben, steht in unserem Beitrag zu Hütten an Winterwanderwegen.
  • Abseits der Wege: Wer in den Tiefschnee will, braucht Schneeschuhe – mehr im Ratgeber zum Schneeschuhwandern.

Quellen

Häufige Fragen zu Wanderwegen im Schnee

Wo liegt im Winter am ehesten Schnee auf Wanderwegen?

In der Höhe. Hochalmen wie die Seiser Alm (1.680 bis 2.350 Meter) oder Hochtäler wie das Tannheimer Tal (Talboden ab rund 1.060 Metern) sind im Winter meist weiß, während tiefe Lagen in milden Wintern grün bleiben können.

Welche Wanderwege im Schnee gibt es in Deutschland?

Zum Beispiel den Winterweg auf den Feldberg im Schwarzwald, den Winterwanderweg auf den Großen Arber, Wege am Fichtelberg, die Brockenstraße ab Schierke und den Panoramaweg in Reit im Winkl.

Wie oft liegt auf dem Brocken Schnee?

Laut Wikipedia im Schnitt an 178 Tagen im Jahr.

Welcher Wanderweg im Schnee ist leicht?

Zum Beispiel der Hans-und-Paula-Steger-Weg auf der Seiser Alm, den der Tourismusverband als leicht und familienfreundlich einstuft, oder die flache Höhenrunde am Neunerköpfle im Tannheimer Tal.

Darf man auf Loipen wandern?

Nein. Gespurte Langlaufloipen und Skipisten sind keine Wanderwege. Winterwanderwege sind eigens geräumt oder gewalzt und oft markiert.

Woher weiß ich, ob ein Winterwanderweg gewalzt ist?

Die Tourismusverbände und Gemeinden melden den Zustand meist tagesaktuell. In der Rhön hilft das Schneetelefon unter 0800 971 9773.

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