Skelett eines Höhlenbären in der Karls- und Bärenhöhle bei Sonnenbühl
Foto: Llez, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Naturspot · Höhle

Bärenhöhle auf der Schwäbischen Alb

Die Bärenhöhle bei Sonnenbühl-Erpfingen ist eine der bekanntesten Schauhöhlen der Schwäbischen Alb: Ein Lehrer entdeckte 1834 die Karlshöhle, 1949 kam die Bärenhöhle dazu – mit zahllosen Knochen von Höhlenbären und einem rekonstruierten Bärenskelett.

Was die Bärenhöhle besonders macht

Die Bärenhöhle liegt bei Erpfingen in der Gemeinde Sonnenbühl im Landkreis Reutlingen, mitten auf der Schwäbischen Alb. Genau genommen besteht die Schauhöhle aus zwei Teilen: der Karlshöhle und ihrer Fortsetzung, der Bärenhöhle. Ihren Namen verdankt sie den vielen Knochen von Höhlenbären, die hier gefunden wurden. Der Eingang liegt auf rund 800 Metern.

Entdeckt durch eine Tabakdose

Am 30. Mai 1834 war der Erpfinger Schullehrer Karl Wilhelm Fauth auf Kräutersuche, als ihm der Überlieferung nach seine Tabakdose in eine Felsspalte fiel. Bei der Suche danach stieß er auf die Höhle. Benannt wurde sie allerdings nicht nach ihm, sondern nach Kronprinz Karl von Württemberg, der sie kurz nach der Entdeckung besuchte – so entstand der Name Karlshöhle.

Mehr als hundert Jahre später, 1949, fand der Höhlenführer Karl August Bez eine Fortsetzung: Er folgte Fledermäusen durch eine Spalte und entdeckte große Hallen voller Tierknochen aus der Eiszeit – die heutige Bärenhöhle.

Die Höhlenbären

In der Eiszeit nutzten Höhlenbären viele Höhlen der Schwäbischen Alb als Winterquartier. Das besondere Höhlenklima hat ihre Knochen erhalten. Laut Geopark Schwäbische Alb steht im hinteren Teil der Höhle ein rekonstruiertes Bärenskelett, und an den Wänden sind „Bärenschliffe“ zu sehen – glatt polierte Stellen, an denen sich die Tiere gerieben haben.

Viele der Knochen aus der Karlshöhle gingen nach der Entdeckung verloren: Sie wurden geplündert oder als Dünger verwendet. In der Bärenhöhle blieben die Funde später an Ort und Stelle; ein zwei Meter hoher Zaun schützt sie heute vor Besuchern.

Geologie: eine alte Wasserhöhle

Die Höhle ist eine waagrecht verlaufende Karsthöhle im Kalkstein des Oberjura. Laut Geopark war sie vor über fünf Millionen Jahren eine Wasserhöhle; erst nachdem sie trockengefallen war, bildeten sich Tropfsteine. Viele davon zerstörte in der Eiszeit das Höhleneis – an der Decke sind noch ihre kreisrunden Reste zu erkennen.

Besuch und Führung

Insgesamt ist die Höhle rund 292 Meter lang, davon entfallen 168 Meter auf die Karlshöhle und 103 Meter auf die Bärenhöhle. Begehbar sind laut Geopark 271 Meter, die Führung dauert laut showcaves.com rund 30 Minuten. An ruhigen Tagen ist auch ein Rundgang ohne Führung möglich. In der Höhle ist es das ganze Jahr über kühl – eine Jacke gehört ins Gepäck.

Geöffnet ist laut showcaves.com von April bis Oktober täglich von 9 bis 17:30 Uhr. Ein älterer Flyer der Gemeinde nennt zusätzlich Öffnungstage im März und November an Wochenenden und Feiertagen und eine Winterpause von Dezember bis Februar. Aktuelle Zeiten und Preise erfährst du bei der Gemeinde Sonnenbühl.

Für wen sich die Bärenhöhle eignet

  • Familien: kurzer Rundgang, Bärenskelett und Entdeckergeschichte – ein guter Einstieg in die Höhlenwelt der Alb.
  • Schlechtes Wetter: In der Höhle ist es unabhängig vom Wetter kühl und trocken.
  • Rollstuhl und Kinderwagen: Barrierefreiheit ist nicht verifiziert.

In der Nähe

Ein weiteres Ziel auf der Schwäbischen Alb ist die Burg Hohenzollern bei Hechingen.

Praktische Hinweise

  • Saison: laut showcaves.com April bis Oktober, täglich 9 bis 17:30 Uhr.
  • Wochenenden: an sonnigen Wochenenden viel Betrieb – unter der Woche ist es ruhiger.
  • Kleidung: In der Höhle ist es kühl, auch im Sommer.

Quellen

Bärenhöhle auf der Schwäbischen Alb auf der Karte

Naturspot

Häufige Fragen zur Bärenhöhle

Wo liegt die Bärenhöhle?

Bei Erpfingen in der Gemeinde Sonnenbühl im Landkreis Reutlingen, rund 20 Kilometer südöstlich von Tübingen.

Wann wurde die Bärenhöhle entdeckt?

Die Karlshöhle am 30. Mai 1834 durch den Lehrer Karl Wilhelm Fauth, die Bärenhöhle als Fortsetzung 1949 durch Karl August Bez.

Wie lang ist die Bärenhöhle?

Insgesamt rund 292 Meter; begehbar sind laut Geopark Schwäbische Alb 271 Meter.

Wann hat die Bärenhöhle geöffnet?

Laut showcaves.com von April bis Oktober täglich von 9 bis 17:30 Uhr. Aktuelle Zeiten nennt die Gemeinde Sonnenbühl.

Warum heißt sie Bärenhöhle?

Wegen der vielen Knochen von Höhlenbären, die hier gefunden wurden; im hinteren Teil steht ein rekonstruiertes Skelett.