Was die Bärenhöhle besonders macht
Die Bärenhöhle liegt bei Erpfingen in der Gemeinde Sonnenbühl im Landkreis Reutlingen, mitten auf der Schwäbischen Alb. Genau genommen besteht die Schauhöhle aus zwei Teilen: der Karlshöhle und ihrer Fortsetzung, der Bärenhöhle. Ihren Namen verdankt sie den vielen Knochen von Höhlenbären, die hier gefunden wurden. Der Eingang liegt auf rund 800 Metern.
Entdeckt durch eine Tabakdose
Am 30. Mai 1834 war der Erpfinger Schullehrer Karl Wilhelm Fauth auf Kräutersuche, als ihm der Überlieferung nach seine Tabakdose in eine Felsspalte fiel. Bei der Suche danach stieß er auf die Höhle. Benannt wurde sie allerdings nicht nach ihm, sondern nach Kronprinz Karl von Württemberg, der sie kurz nach der Entdeckung besuchte – so entstand der Name Karlshöhle.
Mehr als hundert Jahre später, 1949, fand der Höhlenführer Karl August Bez eine Fortsetzung: Er folgte Fledermäusen durch eine Spalte und entdeckte große Hallen voller Tierknochen aus der Eiszeit – die heutige Bärenhöhle.
Die Höhlenbären
In der Eiszeit nutzten Höhlenbären viele Höhlen der Schwäbischen Alb als Winterquartier. Das besondere Höhlenklima hat ihre Knochen erhalten. Laut Geopark Schwäbische Alb steht im hinteren Teil der Höhle ein rekonstruiertes Bärenskelett, und an den Wänden sind „Bärenschliffe“ zu sehen – glatt polierte Stellen, an denen sich die Tiere gerieben haben.
Viele der Knochen aus der Karlshöhle gingen nach der Entdeckung verloren: Sie wurden geplündert oder als Dünger verwendet. In der Bärenhöhle blieben die Funde später an Ort und Stelle; ein zwei Meter hoher Zaun schützt sie heute vor Besuchern.
Geologie: eine alte Wasserhöhle
Die Höhle ist eine waagrecht verlaufende Karsthöhle im Kalkstein des Oberjura. Laut Geopark war sie vor über fünf Millionen Jahren eine Wasserhöhle; erst nachdem sie trockengefallen war, bildeten sich Tropfsteine. Viele davon zerstörte in der Eiszeit das Höhleneis – an der Decke sind noch ihre kreisrunden Reste zu erkennen.
Besuch und Führung
Insgesamt ist die Höhle rund 292 Meter lang, davon entfallen 168 Meter auf die Karlshöhle und 103 Meter auf die Bärenhöhle. Begehbar sind laut Geopark 271 Meter, die Führung dauert laut showcaves.com rund 30 Minuten. An ruhigen Tagen ist auch ein Rundgang ohne Führung möglich. In der Höhle ist es das ganze Jahr über kühl – eine Jacke gehört ins Gepäck.
Geöffnet ist laut showcaves.com von April bis Oktober täglich von 9 bis 17:30 Uhr. Ein älterer Flyer der Gemeinde nennt zusätzlich Öffnungstage im März und November an Wochenenden und Feiertagen und eine Winterpause von Dezember bis Februar. Aktuelle Zeiten und Preise erfährst du bei der Gemeinde Sonnenbühl.
Für wen sich die Bärenhöhle eignet
- Familien: kurzer Rundgang, Bärenskelett und Entdeckergeschichte – ein guter Einstieg in die Höhlenwelt der Alb.
- Schlechtes Wetter: In der Höhle ist es unabhängig vom Wetter kühl und trocken.
- Rollstuhl und Kinderwagen: Barrierefreiheit ist nicht verifiziert.
In der Nähe
Ein weiteres Ziel auf der Schwäbischen Alb ist die Burg Hohenzollern bei Hechingen.
Praktische Hinweise
- Saison: laut showcaves.com April bis Oktober, täglich 9 bis 17:30 Uhr.
- Wochenenden: an sonnigen Wochenenden viel Betrieb – unter der Woche ist es ruhiger.
- Kleidung: In der Höhle ist es kühl, auch im Sommer.
