Was die Burg Hohenzollern besonders macht
Kaum eine deutsche Burg sieht so sehr nach Märchen aus wie diese: Türme, Zinnen und Mauern sitzen auf der Spitze eines kegelförmigen Bergs, der frei vor dem Albtrauf der Schwäbischen Alb steht. Der Berg ist ein sogenannter Zeugenberg – ein Rest der Hochfläche, den die Erosion stehen gelassen hat. Sein Gipfel liegt auf 855 Metern. Die Anlage gehört zur Gemeinde Bisingen im Zollernalbkreis, die nächste größere Stadt ist Hechingen.
Mit rund 350.000 Besucherinnen und Besuchern im Jahr zählt sie laut Wikipedia zu den bekanntesten Burgen Deutschlands. Sie ist bis heute in Privatbesitz der Familie Hohenzollern; seit dem 31. Dezember 2025 gehört sie allein der brandenburgisch-preußischen Linie des Hauses.
Geschichte: drei Burgen auf einem Berg
Die erste Burg auf dem Berg wird 1267 erstmals erwähnt und 1423 zerstört. Ab 1454 entstand eine zweite, deutlich größere Burg, die ab 1798 verfiel. Was du heute siehst, ist die dritte Anlage: Sie wurde von 1850 bis 1867 im Stil der Neugotik errichtet, nach Plänen des Berliner Architekten Friedrich August Stüler. Zur Baujahr-Frage gibt es also zwei Antworten – die Burg als Ort ist über 750 Jahre alt, das heutige Gebäude rund 160 Jahre.
Aus der zweiten Burg ist ein Bauwerk erhalten geblieben: die katholische Michaelskapelle aus den Jahren 1454 bis 1461. Dazu kommen die evangelische Christuskapelle und eine russisch-orthodoxe Auferstehungskapelle.
Ganz unversehrt ist auch die dritte Burg nicht geblieben: Ein Erdbeben am 3. September 1978 beschädigte sie schwer, die Restaurierung zog sich laut Wikipedia bis in die 1990er-Jahre. Gebaut ist sie aus Malmstein, einem Kalkstein aus dem Oberjura.
Kulisse für Kino und Fernsehen
Ihr Märchenaussehen hat die Burg auch zur Filmkulisse gemacht. Für den Horrorfilm „A Cure for Wellness“ von Gore Verbinski war sie im Juli 2015 elf Tage lang geschlossen. Im Kinderfilm „Eine lausige Hexe“ spielt sie die Hexenakademie Graustein; die Außenaufnahmen entstanden 2016.
Besichtigung: Schatzkammer und Prunkräume
Die Prunkräume kannst du laut Burgverwaltung täglich besichtigen. Höhepunkt ist die Schatzkammer: Dort liegen unter anderem die preußische Königskrone Wilhelms II. mit 18 Brillanten und 142 Diamanten, ein Uniformrock Friedrichs des Großen sowie Tabakdosen und Traversflöten aus seinem Besitz.
Öffnungszeiten
- Saison 2026: 28. März bis 1. November, täglich.
- Burggelände: 10 bis 18.30 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr.
- Prunkräume: 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass 17.30 Uhr.
- Nach dem 1. November: Es gelten andere Zeiten – vor dem Besuch auf der Website der Burg prüfen.
Angaben laut Burgverwaltung, Stand Oktober 2026. Tickets gibt es laut Burg auch online; der Eintritt umfasst Parken und Shuttlebus.
Anfahrt, Parkplatz und Shuttlebus
Mit dem Auto fährst du über Hechingen oder Bisingen zum Burgparkplatz auf halber Höhe des Burgbergs. Der obere Parkplatz P1 ist der Hauptparkplatz mit Shop und Toiletten, der untere P2 wird bei Bedarf geöffnet. Vom Parkplatz pendelt laut Burgverwaltung zwischen 9.45 und 18.30 Uhr etwa alle 15 Minuten ein Shuttlebus nach oben; er ist rollstuhlgerecht und nimmt auch Kinderwagen mit.
Zu Fuß sind es vom Parkplatz rund 25 Minuten auf einem immer steiler werdenden Weg bis zum Adlertor. Von dort geht es noch etwa 350 Meter bergauf in den Burghof, teils über Kopfsteinpflaster. Wenige Meter neben dem Adlertor gibt es einen Aufzug, nach dem nur noch rund 50 Meter bis in den Hof bleiben.
Aussicht: Der Blick vom Burgberg
Von den Bastionen siehst du über das Vorland und hinüber zum Albtrauf, der als Steilstufe die Schwäbische Alb nach Nordwesten begrenzt. Die Schnarrwachtbastei blickt laut Wikipedia auf Boll, einen Stadtteil von Hechingen, und auf den Dreifürstenstein; der Salon der Königin hat einen Erker mit Blick auf den Albtrauf.
Burggarten und Einkehr
Auf dem Burggelände gibt es ein Café-Restaurant. Im Sommer sitzen laut Wikipedia bis zu 150 Gäste draußen im Burggarten unter den Königslinden. Den Garten hatte ursprünglich der preußische Gartenkünstler Peter Joseph Lenné geplant; seine Anlage ist allerdings nicht erhalten.
Mit Hund, Kinderwagen und Kindern
- Hund: Laut Burgverwaltung an der Leine (höchstens zwei Meter) auf dem Burggelände, im Shuttlebus und im Restaurant erlaubt, nicht aber in den Museumsräumen, Kapellen und Kellern. Ausgewiesene Assistenzhunde dürfen mit ins Museum.
- Kinderwagen: Der Shuttlebus nimmt Kinderwagen mit; in die Museumsräume dürfen Kinderwagen und Buggys nicht. Eine Trage ist für die Innenräume die bessere Wahl.
- Geburtstagskinder: Wer am Geburtstag kommt, bekommt laut Burg gegen Ausweis einen kleinen Gutschein im Besucherzentrum.
Die Burg im Winter
Die Burg hat laut Burgverwaltung auch in der kalten Jahreszeit fast täglich geöffnet. Die Museumsräume sind nicht beheizt, warme Kleidung gehört also dazu. Vom ersten Advent bis Mariä Lichtmess am 2. Februar wird die Burg jeden Abend bis 22.30 Uhr angestrahlt, danach bis zum nächsten Advent nur freitags und samstags. Im Winter veranstaltet die Burg außerdem den „Königlichen Winterzauber“; die Termine stehen auf der Website der Burg.
In der Nähe: Zeller Horn am Albtrauf
Den Blick von außen auf die Burg hast du vom Zeller Horn, einem 912,7 Meter hohen Aussichtspunkt am Albtrauf zwischen Hechingen und Albstadt-Onstmettingen. Von dort schaust du hinüber auf den Hohenzollern und über das Albvorland, bei klarer Sicht bis zum Feldberg im Schwarzwald. Über den Berg führt der Premiumwanderweg „Traufgang Zollernburg-Panorama“.
Unterhalb liegt das kleine Naturschutzgebiet Zellerhornwiese, geschützt seit 1950. Auf seinen Kalkmagerrasen wachsen laut Wikipedia unter anderem die Wohlriechende Händelwurz, eine Orchidee, und das Berghähnlein. Am Südhang steht der höchstgelegene Eichen-Steppenheidewald der Schwäbischen Alb.
Praktische Hinweise
- Festes Schuhwerk: Der Fußweg vom Parkplatz ist steil, im Burghof liegt Kopfsteinpflaster.
- Barrierefreiheit: Shuttlebus rollstuhlgerecht, Aufzug am Adlertor; Details zu den Innenräumen vorab bei der Burg erfragen.
