Was den Vilsalpsee besonders macht
Der Vilsalpsee liegt auf 1.165 Metern im österreichischen Teil der Allgäuer Alpen, im Vilsalptal, einem südlichen Seitental des Tannheimer Tals. Er gehört zur Gemeinde Tannheim im Tiroler Bezirk Reutte. Rundherum ragen die Gipfel der Vilsalpseeberge auf: Sulzspitze (2.084 m), Blässe, Geierköpfl, Rote Spitze, Kugelhorn, Rauhhorn (2.241 m) und Gaishorn (2.247 m). Der Fluss Vils, der dem See den Namen gibt, durchfließt ihn und entwässert über Lech und Donau bis ins Schwarze Meer.
Durch die steilen Hänge rund um das Wasser wirkt der See fast wie ein Fjord – der Bayerische Rundfunk nannte seinen Dokumentarfilm über den See 2010 „Der Fjord in den Bergen“.
Entstanden in der Eiszeit
Der Vilsalpsee ist ein Gletschersee. Der Gletscher im Vilsalptal war ein Seitenarm des Lechtalgletschers: Erst schürfte das Eis eine Mulde in den Talboden, dann lagerte es eine Moräne ab, die die Bäche aus den Bergen aufstaute. Auch die Kare an den Hängen stammen aus dieser Zeit. Das Gestein ringsum ist größtenteils Hauptdolomit, in den Mulden auch roter Adneter Kalk.
Gespeist wird der See von zwei Bächen und zwei unterirdischen Zuflüssen. Einer davon ist das versickernde Wasser des Alplsees auf 1.620 Metern, das über den Bergaicht-Wasserfall ins hintere Vilsalptal stürzt.
Naturschutzgebiet seit 1957
Seit 1957 steht das Gebiet unter Naturschutz. Das heutige Naturschutzgebiet Vilsalpsee ist Natura-2000-Gebiet und umfasst auch die höher gelegene Lache, den Traualpsee und den Alplsee. Rund 700 Pflanzenarten zählt man hier. In den Mooren und Feuchtwiesen am Südwestufer wachsen Scheuchzers Wollgras, Sumpf-Herzblatt und Alpen-Fettkraut, in den Rasen ringsum Gelber Enzian und seltene Orchideen wie Grüne Hohlzunge, Breitblättriges Knabenkraut und Brand-Knabenkraut.
Für Vögel ist der See von herausragender Bedeutung: Er ist das höchstgelegene bekannte Brutgebiet des Haubentauchers in Österreich. Außerdem brüten hier Stockente, Blässhuhn und Reiherente. Im Wasser leben Bachforelle, Seeforelle und Seesaibling, im Moor laichen Alpensalamander, Erdkröte und Grasfrosch.
So kommst du zum See
Aus Naturschutzgründen ist die Zufahrt für private Autos tagsüber gesperrt – laut tirol.at ab Schmieden von 8 bis 17 Uhr in beide Richtungen. Dann bringen dich Bus, Bummelzug oder Pferdekutsche von Tannheim zum See. Oder du gehst zu Fuß: Die Winterwanderung von der Tourismusinformation Tannheim zum Vilsalpsee ist laut tirol.at 3,8 Kilometer lang, hat 77 Höhenmeter und dauert etwa eine Stunde. Der Weg führt großteils durch Wald, Wiesen und am Fluss entlang.
Wandern am Vilsalpsee
Am Westufer führt ein leichter Weg bis ins hintere Vilsalptal, von wo du den Bergaicht-Wasserfall siehst. Ganz umrunden kannst du den See nicht mehr: Seit September 2012 gab es am Ostufer mehrere Felsstürze, der Weg zwischen Kraftwerk und Vilsalpe ist seitdem gesperrt. Der Aufstieg zur Oberen Traualpe und zur Landsberger Hütte ist laut Wikipedia ohne Einschränkung möglich.
- Weg 425: Zugang zur Landsberger Hütte am Traualpsee, Ausgangspunkt für die Gipfel ringsum.
- Weg 424: ab der Vilsalpe nach Westen zum Jubiläumsweg, von dem aus Gaishorn und Rauhhorn bestiegen werden.
- Weg 59: vom Parkplatz hinüber ins Älpeletal.
Der Vilsalpsee im Winter
Der Winter ist hier schneereich. Die Winterwanderung ab Tannheim ist leicht und auch für Familien geeignet. Bleib auf den markierten Wegen – die steilen Hänge rund um den See sind im Winter nicht ohne Grund gesperrt. Mehr Ideen für die kalte Jahreszeit findest du in unserem Beitrag zum Winterwandern im Tannheimer Tal.
Einkehr und Freizeit am See
Am Nordufer liegen laut Wikipedia der Gasthof Vilsalpsee und die Fischerstube, etwas abseits des Westufers die Vilsalpe, eine bewirtschaftete Alm mit Jausenstation. Es gibt einen Bootsverleih, und im See darf geangelt werden – welche Erlaubnis du dafür brauchst, klärst du am besten vor Ort.
In der Nähe
Nur wenige Kilometer weiter liegt der Haldensee, der größere und flachere See des Tannheimer Tals – im Sommer zum Baden, im Winter oft zugefroren.
Praktische Hinweise
- Zufahrt: Straße ab Schmieden von 8 bis 17 Uhr gesperrt (laut tirol.at).
- Felssturz: Ostuferweg gesperrt, keine komplette Umrundung möglich.
- Naturschutz: Auf den Wegen bleiben, Hunde an der Leine (redaktionelle Empfehlung).
- Barrierefreiheit: Für Menschen mit Behinderung (Ausweis G oder H) gibt es laut tirol.at eine Zufahrtskarte fürs Auto.
