Vilsalpsee im Tannheimer Tal mit dem Gaishorn im Hintergrund
Foto: SchiDD, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Naturspot · See

Vilsalpsee im Tannheimer Tal

Der Vilsalpsee liegt auf 1.165 Metern in einem Seitental des Tannheimer Tals, umrahmt von Gaishorn und Rauhhorn. Seit 1957 steht er unter Naturschutz – mit seltenen Orchideen, dem höchsten Brutplatz des Haubentauchers in Österreich und einem leichten Weg ab Tannheim.

Was den Vilsalpsee besonders macht

Der Vilsalpsee liegt auf 1.165 Metern im österreichischen Teil der Allgäuer Alpen, im Vilsalptal, einem südlichen Seitental des Tannheimer Tals. Er gehört zur Gemeinde Tannheim im Tiroler Bezirk Reutte. Rundherum ragen die Gipfel der Vilsalpseeberge auf: Sulzspitze (2.084 m), Blässe, Geierköpfl, Rote Spitze, Kugelhorn, Rauhhorn (2.241 m) und Gaishorn (2.247 m). Der Fluss Vils, der dem See den Namen gibt, durchfließt ihn und entwässert über Lech und Donau bis ins Schwarze Meer.

Durch die steilen Hänge rund um das Wasser wirkt der See fast wie ein Fjord – der Bayerische Rundfunk nannte seinen Dokumentarfilm über den See 2010 „Der Fjord in den Bergen“.

Entstanden in der Eiszeit

Der Vilsalpsee ist ein Gletschersee. Der Gletscher im Vilsalptal war ein Seitenarm des Lechtalgletschers: Erst schürfte das Eis eine Mulde in den Talboden, dann lagerte es eine Moräne ab, die die Bäche aus den Bergen aufstaute. Auch die Kare an den Hängen stammen aus dieser Zeit. Das Gestein ringsum ist größtenteils Hauptdolomit, in den Mulden auch roter Adneter Kalk.

Gespeist wird der See von zwei Bächen und zwei unterirdischen Zuflüssen. Einer davon ist das versickernde Wasser des Alplsees auf 1.620 Metern, das über den Bergaicht-Wasserfall ins hintere Vilsalptal stürzt.

Naturschutzgebiet seit 1957

Seit 1957 steht das Gebiet unter Naturschutz. Das heutige Naturschutzgebiet Vilsalpsee ist Natura-2000-Gebiet und umfasst auch die höher gelegene Lache, den Traualpsee und den Alplsee. Rund 700 Pflanzenarten zählt man hier. In den Mooren und Feuchtwiesen am Südwestufer wachsen Scheuchzers Wollgras, Sumpf-Herzblatt und Alpen-Fettkraut, in den Rasen ringsum Gelber Enzian und seltene Orchideen wie Grüne Hohlzunge, Breitblättriges Knabenkraut und Brand-Knabenkraut.

Für Vögel ist der See von herausragender Bedeutung: Er ist das höchstgelegene bekannte Brutgebiet des Haubentauchers in Österreich. Außerdem brüten hier Stockente, Blässhuhn und Reiherente. Im Wasser leben Bachforelle, Seeforelle und Seesaibling, im Moor laichen Alpensalamander, Erdkröte und Grasfrosch.

So kommst du zum See

Aus Naturschutzgründen ist die Zufahrt für private Autos tagsüber gesperrt – laut tirol.at ab Schmieden von 8 bis 17 Uhr in beide Richtungen. Dann bringen dich Bus, Bummelzug oder Pferdekutsche von Tannheim zum See. Oder du gehst zu Fuß: Die Winterwanderung von der Tourismusinformation Tannheim zum Vilsalpsee ist laut tirol.at 3,8 Kilometer lang, hat 77 Höhenmeter und dauert etwa eine Stunde. Der Weg führt großteils durch Wald, Wiesen und am Fluss entlang.

Wandern am Vilsalpsee

Am Westufer führt ein leichter Weg bis ins hintere Vilsalptal, von wo du den Bergaicht-Wasserfall siehst. Ganz umrunden kannst du den See nicht mehr: Seit September 2012 gab es am Ostufer mehrere Felsstürze, der Weg zwischen Kraftwerk und Vilsalpe ist seitdem gesperrt. Der Aufstieg zur Oberen Traualpe und zur Landsberger Hütte ist laut Wikipedia ohne Einschränkung möglich.

  • Weg 425: Zugang zur Landsberger Hütte am Traualpsee, Ausgangspunkt für die Gipfel ringsum.
  • Weg 424: ab der Vilsalpe nach Westen zum Jubiläumsweg, von dem aus Gaishorn und Rauhhorn bestiegen werden.
  • Weg 59: vom Parkplatz hinüber ins Älpeletal.

Der Vilsalpsee im Winter

Der Winter ist hier schneereich. Die Winterwanderung ab Tannheim ist leicht und auch für Familien geeignet. Bleib auf den markierten Wegen – die steilen Hänge rund um den See sind im Winter nicht ohne Grund gesperrt. Mehr Ideen für die kalte Jahreszeit findest du in unserem Beitrag zum Winterwandern im Tannheimer Tal.

Einkehr und Freizeit am See

Am Nordufer liegen laut Wikipedia der Gasthof Vilsalpsee und die Fischerstube, etwas abseits des Westufers die Vilsalpe, eine bewirtschaftete Alm mit Jausenstation. Es gibt einen Bootsverleih, und im See darf geangelt werden – welche Erlaubnis du dafür brauchst, klärst du am besten vor Ort.

In der Nähe

Nur wenige Kilometer weiter liegt der Haldensee, der größere und flachere See des Tannheimer Tals – im Sommer zum Baden, im Winter oft zugefroren.

Praktische Hinweise

  • Zufahrt: Straße ab Schmieden von 8 bis 17 Uhr gesperrt (laut tirol.at).
  • Felssturz: Ostuferweg gesperrt, keine komplette Umrundung möglich.
  • Naturschutz: Auf den Wegen bleiben, Hunde an der Leine (redaktionelle Empfehlung).
  • Barrierefreiheit: Für Menschen mit Behinderung (Ausweis G oder H) gibt es laut tirol.at eine Zufahrtskarte fürs Auto.

Quellen

Vilsalpsee im Tannheimer Tal auf der Karte

Naturspot

Häufige Fragen zum Vilsalpsee

Wo liegt der Vilsalpsee?

Im Vilsalptal, einem Seitental des Tannheimer Tals in Tirol, auf 1.165 Metern Höhe. Er gehört zur Gemeinde Tannheim.

Kann man mit dem Auto zum Vilsalpsee fahren?

Nur vor 8 und nach 17 Uhr. Tagsüber ist die Straße ab Schmieden gesperrt; dann fahren Bus, Bummelzug und Kutsche ab Tannheim.

Wie lange läuft man von Tannheim zum Vilsalpsee?

Laut tirol.at etwa eine Stunde für 3,8 Kilometer und 77 Höhenmeter.

Kann man den Vilsalpsee umrunden?

Nein, seit den Felsstürzen ab 2012 ist der Weg am Ostufer gesperrt. Am Westufer geht es bis ins hintere Vilsalptal.

Ist der Vilsalpsee ein Naturschutzgebiet?

Ja, seit 1957. Das Naturschutzgebiet Vilsalpsee ist auch Natura-2000-Gebiet.