Was den Großen Arber besonders macht
Der „König des Bayerischen Waldes“ ist mit 1.455,5 Metern der höchste Gipfel im Bayerisch-Böhmischen Wald. Er liegt an der Grenze der Landkreise Regen und Cham, der Gipfel gehört zur Gemeinde Bayerisch Eisenstein. Von oben reicht der Blick an klaren Tagen weit über die bewaldeten Kämme nach Böhmen.
Schon von Weitem erkennst du den Berg an zwei weißen Radarkuppeln: Seit 1983 nutzt die Luftwaffe die Anlage laut Wikipedia als Teil der NATO-Luftverteidigung. Der Arber hat insgesamt vier Gipfel, darunter den Richard-Wagner-Kopf, eine auffällige Felsformation. Sein Name stammt wahrscheinlich aus dem Keltischen und bedeutet sinngemäß „der hohe Berg“.
Natur am Gipfel: Latschen, Magerrasen und Arbermandl
Anders als die bewaldeten Hänge ist die Gipfelregion baumfrei. Hier wachsen subalpine Magerrasen und Latschengebüsch zwischen Felsfluren – ein Bild, das man sonst eher aus den Alpen kennt. Das Klima ist entsprechend rau: Oben zählt man laut Wikipedia im Schnitt 160 Frosttage und rund 150 Tage mit Schneedecke, bei etwa 1.950 Millimetern Niederschlag im Jahr.
Im Winter formen Ostwind und Eisschnee die Fichten am Gipfel zu bizarren Gestalten, den sogenannten Arbermandl. Drei Bereiche am Berg stehen unter Naturschutz: der Große Arbersee und das Riesloch seit 1939, der Kleine Arbersee seit 1998.
Mit der Gondelbahn auf den Gipfel
Die Arber-Bergbahn wurde 1999 als Gondelbahn gebaut. Sie führt laut Wikipedia von der Talstation auf 1.050 Metern in vier Minuten auf 1.400 Meter, die Strecke ist 964 Meter lang und überwindet 342 Höhenmeter. Laut Betreiber ist die Fahrt barrierefrei. Von der Bergstation bleiben bis zum Gipfel noch gut 50 Höhenmeter.
Ein schönes Detail: Betrieben wird die Bahn von der Fürstlich Hohenzollernschen Arber-Bergbahn. Die Familie Hohenzollern-Sigmaringen besitzt das Gelände am Arber schon seit 1852.
Aufstieg ab Talstation zu Fuß
Wer lieber selbst geht, steigt von der Talstation zum Gipfel auf. Laut Tourenportalen dauert das etwa eine bis eineinhalb Stunden. Der Abstieg zur Talstation geht entsprechend schneller – oder du fährst mit der Gondel hinunter. Eine längere Variante beginnt laut Wikipedia in Bodenmais und führt an den Rieslochfällen vorbei zum Gipfel.
Wandern am Arber
Über den Arber führt der Goldsteig, laut Arber-Bergbahn 660 Kilometer lang. Besonders bekannt ist seine Etappe „An einem Tag über acht Tausender“: Sie beginnt am Ecker Sattel, wo auch der Skywalk bei Arnbruck steht, und endet nach 16 Kilometern auf dem Arbergipfel. Unterwegs stehen laut ArberLand Mühlriegel (1.080 m), Ödriegel (1.156 m), Schwarzeck (1.235 m), Reischfleck (1.140 m), Heugstatt (1.262 m), Enzian (1.285 m) und der Kleine Arber (1.384 m) auf dem Weg. Kürzere Runden führen hinunter zu den beiden Seen am Fuß des Berges.
Großer und Kleiner Arbersee
Am Südosthang liegt der Große Arbersee, nordwestlich des Gipfels der Kleine Arbersee. Beide sind eiszeitliche Karseen und stehen unter Naturschutz. Am Großen Arbersee gibt es mit dem Arberseehaus eine Einkehr.
Arberschutzhaus und Bergkapelle
Eine erste Schutzhütte stand schon 1884 auf dem Berg. Das heutige Arberschutzhaus wurde 1936 eröffnet und 1985 erweitert; es ist die Einkehr am Gipfel und bietet auch Übernachtungen. Nahe dem Gipfel steht eine kleine Kapelle, die dem heiligen Bartholomäus geweiht ist. Seit 1965 wird dort jedes Jahr am vorletzten Sonntag im August die Arberkirchweih gefeiert.
Der Arber im Winter
Im Winter ist der Große Arber das bekannteste Skigebiet des Bayerischen Waldes, mit Kinderland, Rennstrecke und Funpark. Der erste Sessellift ging 1949 in Betrieb, von 1976 bis 2011 fuhren hier Weltcup-Skirennen. Zur Bergbahn gehören neben der Gondel zwei Sechser-Sesselbahnen, drei Schlepplifte und vier Förderbänder. Für Langläufer und Biathleten gibt es das Hohenzollern-Skistadion. Wer lieber wandert, findet geräumte Wege in unserem Beitrag zu den Winterwanderwegen im Bayerischen Wald.
In der Nähe
Der Arber liegt im Gebiet des Naturparks Bayerischer Wald. Wer von hier weiter in die Luft will: Mehr über Tandemflüge über dem Lamer Winkel steht in unserem Beitrag Paragliding im Bayerischen Wald.
Praktische Hinweise
- Betriebszeiten der Gondel: wechseln mit der Saison, im Herbst gibt es Revisionspausen – vorab bei der Arber-Bergbahn prüfen.
- Barrierefreiheit: Gondel laut Betreiber barrierefrei; der Gipfelbereich selbst ist felsig (nicht verifiziert).
